Segeln in Spanien: die Reviere und der beste Einstieg
Spanien hat fünf große Segelreviere: die Balearen, Katalonien, die Region Valencia mit der Costa Blanca, die Kanaren und Galicien. Charteryachten werden meist wochenweise von Samstag bis Samstag ab einer Marina gechartert, entweder bareboat mit eigenem Skipper oder mit angeheuertem Skipper beziehungsweise Crew. Die Mittelmeerreviere sind Sommerziele, auf den Kanaren segelt man das ganze Jahr, mit dem Winter als Hochsaison. Eine Regel ändert sich für alle: Ab dem 1. Oktober 2026 braucht jeder, der in Spanien ein gemietetes Boot fährt, einen Führerschein.
Spaniens Segelreviere im Überblick
Die Tabelle vergleicht die neun Reviere, für die wir einen ausführlichen Törnführer geschrieben haben. Planen Sie jede Etappe mit Seekarte und Hafenhandbuch.
| Revier | Stützpunkte | Charakter | Saison | Passt zu | Ratgeber |
|---|---|---|---|---|---|
| Südwest-Mallorca und Cabrera | Palma, Can Pastilla | Tramuntana-Küste, Sóller, eine Nacht an der Boje im Nationalpark | Spätes Frühjahr bis Frühherbst | Crews, die Abwechslung und einen langen Schlag mögen | Mallorca ab Palma und Cabrera |
| Nord-Mallorca und Menorca | Port de Pollença | Zwei Inseln, Überfahrt von ca. 24 sm, weiße Sandbuchten | Etwa Mai bis Oktober | Crews, die zwei Tage auf offener See nicht scheuen | Nord-Mallorca und Menorca |
| Ibiza und Formentera | Ibiza-Stadt, Sant Antoni, Santa Eulària | Kurze Schläge, Sandbuchten, ca. 85 sm pro Woche | Etwa Mai bis Oktober | Entspannte Woche mit vielen Badestopps | Ibiza und Formentera |
| Costa Brava | Palamós, Roses | Felsige Kaps, Medes-Inseln, Cap de Creus, Frankreich in Reichweite | Etwa Mai bis Oktober | Crews, die mit der Tramuntana planen | Costa Brava |
| Barcelona und Garraf | Barcelona, Sitges | Von Hafen zu Hafen, jede Nacht in der Marina | Sommer, bei gutem Wetter auch länger | Stadt plus Segeln, einfacher Crewwechsel | Barcelona und Garraf-Küste |
| Costa Blanca | Dénia, Valencia | Schläge von 6 bis 24 sm unter Steilküsten, jede Nacht ein Hafen | Spätes Frühjahr bis Frühherbst | Erster Bareboat-Törn bei stabilem Wetter | Dénia und Costa Blanca |
| Teneriffa und La Gomera | Süden Teneriffas, Radazul, Santa Cruz | Atlantikdünung, Passat, Schläge von 15 bis 27 sm | Ganzjährig | Hochseeerfahrung oder Skipper | Teneriffa und La Gomera |
| Kanaren im Winter | Süden Teneriffas, Las Palmas, Arrecife | Ein Inselpaar pro Woche, Düsenzonen | Oktober bis April | Wintersonne-Segler | Kanaren im Winter |
| Rías Baixas | Vigo, Baiona | Geschützte Atlantikbuchten, ca. 4 m Tidenhub, Nationalpark-Genehmigungen | Sommer | Gezeitenerfahrung oder Skipper | Rías Baixas und Cíes |
Die Balearen
Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sind Spaniens klassische Charterinseln. Ankern auf Posidonia-Seegras ist auf allen Inseln verboten, und im Sommer betreibt die Hafenbehörde Ports IB buchbare Öko-Bojenfelder.
Mallorca ab Palma und Cabrera
Ein Törn ab Palma verbindet die steile Tramuntana-Küste, Sa Dragonera und den Hafen von Sóller mit den Stränden von Es Trenc und dem Cabrera-Archipel. Cabrera ist ein Meeres- und Land-Nationalpark mit Ankerverbot: Sie brauchen eine kostenlose Befahrensgenehmigung und für die Nacht eine gebuchte Boje. Die meisten Etappen sind 10 bis 25 sm lang, dazu kommt ein langer Schlag von rund 35 sm zwischen West- und Südküste. Die Route Tag für Tag steht in unserem Segeltörn Mallorca ab Palma und Cabrera, alle Stützpunkte der Insel finden Sie auf der Seite Mallorca.
Nord-Mallorca und Menorca ab Port de Pollença
Aus der geschützten Bucht von Pollença runden Sie das Cap de Formentor, queren die Bucht von Alcúdia und segeln von Cala Ratjada ca. 24 sm über den Canal de Menorca nach Ciutadella. An Menorcas Südküste warten Cala en Turqueta und Cala Macarella, beide mit abgetonnten Badezonen, die tabu sind. Rechnen Sie mit rund 120 sm in der Woche und starten Sie die Überfahrt nur bei stabiler Vorhersage, denn der Kanal liegt offen zur Tramuntana. Die Route beschreibt unser Ratgeber Segeln Nord-Mallorca und Menorca; Yachten starten in Port de Pollença.
Ibiza und Formentera
Ibiza und Formentera sind ein kompaktes Revier: Einmal um beide Inseln sind es nur rund 85 sm. Sie queren die flache Meerenge Es Freus nach s'Espalmador, segeln am Felsen Es Vedrà vorbei nach Sant Antoni und an der ruhigen Nordküste entlang nach Portinatx. Die Bojenfelder von Ports IB vor s'Espalmador und Ses Salines schonen die geschützten Seegraswiesen des Naturparks Ses Salines. Mehr in unserem Ratgeber Segeln Ibiza und Formentera, alle Charteryachten auf Ibiza finden Sie hier.
Katalonien
Costa Brava ab Palamós oder Roses
Die Costa Brava bietet auf rund 90 bis 110 sm felsige Kaps, Fischerdörfer und zwei Meeresschutzgebiete, die Medes-Inseln und das Cap de Creus. In der streng geschützten Zone der Medes ist Ankern verboten, und Cadaqués hat keine Marina, nur lizenzierte Bojenfelder. Geplant wird um die Tramuntana herum: Das Cap de Creus runden Sie nur bei ruhiger Vorhersage, und bei stabilem Wetter liegt Port-Vendres in Frankreich ca. 12 sm hinter Port de la Selva. Lesen Sie unseren Ratgeber Segeln an der Costa Brava und vergleichen Sie Yachten in Palamós.
Barcelona und die Garraf-Küste
Ab Barcelona segeln Sie von Hafen zu Hafen statt von Ankerbucht zu Ankerbucht: ca. 14 sm bis Port Ginesta unter den Klippen des Garraf, dann kurze Schläge nach Garraf, Sitges und Vilanova i la Geltrú. Sportboote dürfen im Hafen von Barcelona nur den nördlichen Teil nutzen. An guten Sommertagen setzt eine Seebrise aus Südwest ein, ab Mitte September kann der Llevant Oststürme bringen. Den ganzen Wochentörn finden Sie in Segeln ab Barcelona entlang der Garraf-Küste, Boote unter Charteryachten in Barcelona.
Die Costa Blanca
Dénia, Valencia und die Costa Blanca
Ab Dénia runden Sie das Cabo de San Antonio, ein Meeresschutzgebiet mit Ankerverbot und Tempolimit von 6 Knoten, und folgen der Steilküste nach Xàbia, Moraira, zum Peñón de Ifach bei Calp, nach Altea und zur Insel vor Benidorm. Die Schläge sind 6 bis 24 sm lang, jede Nacht gibt es einen Hafen, deshalb eignet sich die Küste bei stabilem Sommerwetter gut für den ersten Bareboat-Törn. Valencia, der zweite Stützpunkt, liegt ca. 45 sm weiter nördlich. Mehr in unserem Ratgeber Segeln an der Costa Blanca ab Dénia, Yachten unter Yachtcharter in Dénia.
Die Kanaren
Die Kanaren sind Atlantiksegeln: längere Schläge, Nordostpassat und Ozeandünung. Charteryachten liegen auf Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote.
Teneriffa und La Gomera
Eine typische Woche führt von den Marinas im Süden Teneriffas zur Steilküste von Los Gigantes, hinüber nach San Sebastián de La Gomera und Valle Gran Rey und zurück. Die Schläge zwischen den Inseln sind 15 bis 27 sm lang, und die AEMET beschreibt Düsenzonen an der Küste, die mittags am stärksten sind. Legen Sie also früh ab und reffen Sie vor den Kaps. Vor der Südwestküste zeigen sich oft Grindwale, doch ohne Whale-Watching-Genehmigung müssen Sie 500 m Abstand halten. Die Route steht in unserem Ratgeber Segeln Teneriffa und La Gomera; Boote finden Sie unter Teneriffa.
Die Kanaren im Winter
Von Oktober bis April bieten die Kanaren mildes Segelwetter, mit mittleren Tageshöchstwerten von etwa 21 bis 23 °C zwischen Dezember und Februar. Eine Woche funktioniert am besten rund um ein Inselpaar: Teneriffa und La Gomera, Gran Canaria oder Lanzarote mit La Graciosa. Von Dezember bis Februar bringen Atlantiktiefs die meiste Dünung, und in den Häfen von Puertos Canarios beantragen Sie den Liegeplatz mindestens drei Tage im Voraus. Unser Ratgeber Segeln auf den Kanaren im Winter geht Monat für Monat vor; Yachten starten auch in Las Palmas de Gran Canaria.
Galicien
Rías Baixas und die Cíes-Inseln
Die Rías Baixas sind tief eingeschnittene, geschützte Buchten im Süden Galiciens, vor deren Mündungen die Inseln des Nationalparks Illas Atlánticas liegen. Ein Wochentörn ab Vigo oder Baiona umfasst rund 90 sm: die weißen Strände der Cíes, Ons, Combarro und die Muschelflöße der Ría de Arousa. Der Tidenhub erreicht etwa 4 m, planen Sie also mit Gezeitentafeln, und zum Ankern an den Inseln brauchen Sie Genehmigungen des Parks. Lesen Sie unseren Ratgeber Segeln in den Rías Baixas und zu den Cíes und sehen Sie sich Charteryachten in Vigo an.
Bevor Sie Ihre Charterwoche in Spanien buchen
- Führerschein: Ab dem 1. Oktober 2026 braucht jeder, der in Spanien ein gemietetes Boot fährt, einen Führerschein; die führerscheinfreie Vermietung kleiner Boote endet. Für eine Bareboat-Yacht brauchen Sie einen Schein, der Größe und Fahrtgebiet abdeckt und in Spanien anerkannt ist; das ICC ist die sichere Wahl. Mit Skipper oder Crew brauchen Sie keinen. Mehr in unseren Ratgebern zum Bootsführerschein in Spanien und zum ICC.
- Posidonia auf den Balearen: Nach dem Dekret 25/2018 ist Ankern auf Posidonia verboten, und weder Anker noch Kette dürfen die Wiese berühren. Ankern Sie auf Sand, nehmen Sie eine Boje von Ports IB (normalerweise 1. Juni bis 30. September) oder gehen Sie in den Hafen. Unser Ratgeber Ankern auf den Balearen: die Posidonia-Regeln erklärt Karten, Apps und Bußgelder.
- Seegras auf dem Festland: Das spanische Real Decreto 191/2026 verbietet grundsätzlich das Ankern auf Posidonia- und Cymodocea-Wiesen und auch auf Sand daneben, wenn Kette oder Schwojkreis die Wiese erreichen; über Seegraswiesen sind nur zugelassene Bojen erlaubt.
- Cabrera: Die kostenlose Befahrensgenehmigung gilt 12 Monate, für die Nacht brauchen Sie zusätzlich eine Bojenreservierung. Beides buchen Sie online bei der Balearen-Regierung; im Park gilt Ankerverbot.
- Cíes und Ons: Der Nationalpark Illas Atlánticas verlangt für die Yacht eine Befahrensgenehmigung, die auf den Eigner ausgestellt wird und drei Jahre gilt, dazu für jeden Tag eine Ankergenehmigung, online gebucht. Fragen Sie Ihren Vercharterer, ob die Yacht die Genehmigung hat. Ohne Fäkalientank ist keine Übernachtung erlaubt.
- Badezonen: Fahren Sie nie in eine abgetonnte Badezone. Wo keine Tonnen liegen, gelten 200 m vor Stränden (50 m vor der übrigen Küste) als Badezone, mit höchstens 3 Knoten.
- Packliste: Der Atlantik vor Galicien ist selbst im Sommer kühl. Was an Bord gehört, steht in unserer Packliste für den Yachtcharter.
- Wünsche: Teilen Sie dem Vercharterer Crew, Proviant und Extras frühzeitig mit dem Preference Sheet für den Yachtcharter mit.
Charteryachten von Stützpunkten im ganzen Land vergleichen Sie auf unserer Seite Spanien und buchen sie auf Ship O'Hoi, bareboat oder mit Skipper.
FAQ
Wo segle ich meine erste Charterwoche in Spanien?
Wählen Sie kurze Schläge und geschützte Nächte. Die Costa Blanca ab Dénia, Ibiza und Formentera sowie Barcelona mit der Garraf-Küste passen gut. Teneriffa, die Kanaren und die Rías Baixas mit Dünung, Düsenzonen oder 4 m Tidenhub sind eher etwas für Crews mit Hochseeerfahrung oder mit Skipper.
Wann ist die beste Reisezeit zum Segeln in Spanien?
Auf den Balearen und am Festland dauert die Saison etwa von Mai bis Oktober; die Bojenfelder der Balearen sind von Juni bis September in Betrieb, dann lohnt sich frühes Buchen am meisten. Die Tramuntana ist im Sommer selten und im Frühjahr und Herbst häufiger. Auf den Kanaren segeln Sie das ganze Jahr; Oktober bis April ist die milde Wintersaison, mit der meisten Atlantikdünung von Dezember bis Februar.
Schaffe ich in einer Woche den Schlag von Mallorca nach Ibiza?
Möglich ist es, aber die Überfahrt ist lang: ca. 52 sm von Port d'Andratx nach Santa Eulària und ca. 65 bis 70 sm ab Palma, also 10 bis 13 Stunden pro Richtung. Klären Sie, ob Ihr Vercharterer das erlaubt; viele Crews segeln lieber eine Inselgruppe pro Woche.
Welche Genehmigungen brauche ich für einen Törn in Spanien?
Für Cabrera eine Befahrensgenehmigung und eine Bojenbuchung, für die Cíes und Ons die Befahrensgenehmigung des Parks und eine tägliche Ankergenehmigung. Bojen von Ports IB und viele Liegeplätze buchen Sie online. Motorisierte Besucherboote müssen ihren Besuch im Naturpark Cap de Creus anmelden.
Kann ich vom Festland zu den Balearen segeln?
Ja, aber das ist ein richtiger Seeschlag: ca. 50 bis 55 sm von Dénia nach Sant Antoni auf Ibiza und ca. 100 bis 110 sm von Barcelona nach Mallorca, meist über Nacht. Prüfen Sie vorher Ihren Chartervertrag.




