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Segeln rund um Korsika: Törnplan für 14 Tage ab Ajaccio
ReisezieleSeptember 26, 2026

Segeln rund um Korsika: Törnplan für 14 Tage ab Ajaccio

Einmal rund um Korsika gehört zu den schönsten Törns im Mittelmeer: die Steilküsten im Westen, die unberührte Küste der Agriates, die exponierte Nordspitze am Cap Corse, eine lange, gerade Ostküste und zum Schluss Bonifacio hoch auf den Klippen. Das offizielle Tourismusamt Korsikas rechnet für die Umrundung mit etwa zwei Wochen. Unser Törn im Uhrzeigersinn ab Ajaccio umfasst rund 300 Seemeilen an 11 Segeltagen, mit Etappen von 17 bis 38 sm und drei freien Tagen für Wetter oder Pause.

Wo chartert man eine Yacht für die Korsika-Umrundung?

Am besten startet man in Ajaccio: Charteryachten findest du auf unserer Seite für Ajaccio, weitere Basen im Süden in Porto-Vecchio und Bonifacio, alle zusammen auf der Seite Korsika. Die Runde funktioniert von dort genauso, du steigst nur an einem anderen Tag in den Plan ein. Charterwochen laufen meist von Samstag bis Samstag; ob eine Yacht für zwei Wochen am Stück vermietet wird, hängt vom Vercharterer ab, also vor der Buchung nachfragen. Wer bareboat segeln will, braucht einen Nachweis, den der Vercharterer akzeptiert (siehe Bootsführerschein in Frankreich und ICC); alternativ bucht man einen Skipper oder eine Yacht mit Crew.

Törnplan: 14 Tage rund um Korsika

Warum im Uhrzeigersinn? Météo-France beschreibt Mistral und Libeccio über Korsika als Westwinde; der Libeccio dreht in der Balagne und am westlichen Cap Corse auf Südwest, und die Marina Bonifacio nennt West und Südwest als vorherrschende Winde. Wer zuerst nach Norden segelt, hat die exponierte Westküste und das Cap Corse früh im Törn hinter sich, solange noch Reservetage übrig sind, und rundet das Kap von West nach Ost mit dem Wind von achtern. Die Ostküste liegt dann im Lee der Berge. Der Preis dafür sind die letzten zwei Tage, die von Bonifacio nach Ajaccio am Wind sein können; es sind kurze Schläge mit Propriano als Zwischenhafen. Bei Ost- oder Nordostlage kann die umgekehrte Richtung sinnvoller sein, entscheide am ersten Morgen nach dem Wetterbericht.

Alle Entfernungen sind unsere Schätzungen nach der Karte; plane jede Etappe mit aktuellen Seekarten und einem Hafenhandbuch.

Tag 1–2: Ajaccio – Iles Sanguinaires – Girolata (ca. 38 sm)

Am Samstag übernimmst du das Boot und bleibst die erste Nacht in Ajaccio; der Port Tino Rossi liegt direkt unter der Zitadelle, mit Schwimmstegen für Boote bis 18 m. Am nächsten Morgen geht es an den Iles Sanguinaires vorbei, vier Felsinseln mit Leuchtturm an der Einfahrt des Golfs, und dann nach Norden die Westküste hinauf nach Girolata, einem Dorf, das man nur zu Fuß oder mit dem Boot erreicht. Den Liegeplatz für die Nacht reservierst du auf der Website des Hafens von Girolata (besetzt vom 1. Mai bis 30. September). Tipp: Das ist der längste Schlag des Törns, also früh los. Mehr zu dieser Küste steht in unserem Revierführer Westkorsika.

Tag 3: Girolata – Scandola – Calvi (ca. 18 sm)

Am Vormittag an den Felswänden des Naturreservats Scandola entlang. Ankern ist dort nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erlaubt, nachts nie, und in der Kernzone zwischen der Insel Gargalu und der Punta Palazzu gar nicht. Am Nachmittag geht es hinüber nach Calvi. Die Marina (UKW 9) hat rund 150 Gastliegeplätze mit Online-Reservierung und ein geregeltes Bojenfeld (UKW 8). Tipp: Der Hafen ist gut geschützt, außer gegen Nordost.

Tag 4–5: Calvi – Désert des Agriates – Saint-Florent (ca. 30 sm)

Tag 4 ist der erste Reservetag: Weht Mistral oder Libeccio, bleibst du in Calvi. Sonst segelst du nach Osten an den Agriates entlang, 15.000 Hektar geschützte Küste ohne Straßen, wo die weißen Strände von Lotu und Saleccia nur zu Fuß, über eine Piste oder vom Wasser aus erreichbar sind. Bei ruhigem Wetter lohnt ein Badestopp vor den Stränden, übernachtet wird in Saint-Florent. Die Marina ist geschützt, hat 920 Liegeplätze und nimmt Online-Reservierungen an; Anmeldung über UKW 9. Tipp: Zelten und Feuer sind in den Agriates verboten, und an den Stränden gibt es keine Versorgung.

Tag 6–7: Saint-Florent – Cap Corse – Macinaggio (ca. 32 sm)

Das ist die Schlüsseletappe. Das Cap Corse ist ein Gebirgszug, der weit ins Meer ragt, und Météo-France weist darauf hin, dass Gebirge den Wind kanalisieren und beschleunigen; das Tourismusamt warnt, dass sich die Bedingungen am Kap selbst im Sommer schlagartig ändern können. Fahr nur in einem guten Wetterfenster, schau in den Seewetterbericht von Météo-France für die Zone Cap Corse und runde die Spitze mit reichlich Abstand. Macinaggio, die Marina des Cap Corse, ist ein natürlicher Schutzhafen auf der Ostseite der Spitze und liegt im Parc naturel marin du Cap Corse et de l'Agriate. Tag 7 ist der zweite Reservetag: entweder in Saint-Florent auf das Fenster warten oder in Macinaggio ausruhen.

Tag 8–9: Macinaggio – Bastia – Taverna (ca. 17 + 23 sm)

Ein kurzer Schlag nach Süden bringt dich nach Bastia, wo der Vieux-Port (UKW 9) mitten in der Altstadt Boote bis 35 m aufnimmt; Port de Toga ist die zweite Marina. Nach einer Nacht geht es weiter zum Port de Taverna in der Gegend Campoloro (man liest beide Namen), der sich selbst als einzigen Hafen zwischen Bastia und Solenzara bezeichnet. Tipp: Die Ostküste ist lang und gerade, mit sehr wenigen Schlupfwinkeln, jeder Hafen ist also ein fester Termin. Laut Météo-France kann der Libeccio in Bastia als warmer Fallwind von den Bergen des Cap Corse sehr heftig werden, also die Leinen entsprechend belegen.

Tag 10: Taverna – Solenzara (ca. 32 sm)

Ein langer, offener Schlag entlang der Ostküstenebene, die Berge im Rücken. Solenzara ist ein Hafen an einer Flussmündung mit 450 Liegeplätzen. Tipp: Der Hafen verlangt, dass sich jedes Gastboot vorher per Telefon, UKW oder E-Mail anmeldet.

Tag 11: Solenzara – Porto-Vecchio (ca. 21 sm)

Nach Süden in den Golf von Porto-Vecchio und in die Stadtmarina (UKW 9). Tipp: Gastliegeplätze bucht man online über die korsische Hafen-Plattform resaportcorse.com, über die auch Saint-Florent, Macinaggio, Bonifacio und Propriano laufen; am besten schon zu Hause ein Konto anlegen.

Tag 12: Porto-Vecchio – Lavezzi – Bonifacio (ca. 30 sm)

Nach Süden zu den Inseln des Lavezzi-Archipels für einen Badestopp, dann um die Ecke in die enge Felsbucht von Bonifacio. Bonifacio unbedingt früh buchen: Liegeplätze gibt es nur nach Reservierung in der App "Les ports corses" oder auf resaportcorse.com, nie telefonisch, und vom 1. bis 25. August können Boote unter 18 m nur eine Nacht buchen. Lavezzi, die Straße von Bonifacio und die Regeln im Schutzgebiet stehen ausführlich in unserem Revierführer Südkorsika. Tipp: Im Hafen von Bonifacio gilt höchstens 5 Knoten.

Tag 13–14: Bonifacio – Propriano – Ajaccio (ca. 32 + 25 sm)

An der Südwestküste entlang nach Nordwesten bis Propriano am Ende des Golfs von Valinco (UKW 9, 550 Liegeplätze, Online-Reservierung), am letzten Tag zurück nach Ajaccio. Tag 13 ist der dritte Reservetag: Ist der Westwind zu stark zum Aufkreuzen, sind Propriano oder Bonifacio gute Häfen zum Abwarten, behalte aber die Rückgabezeit aus dem Chartervertrag im Blick. Tipp: Vor dem letzten Abend tanken, dann geht der Check-out schneller.

EtappeDistanzÜbernachtungHighlight
Ajaccio – Girolataca. 38 smGirolata (online buchen)Iles Sanguinaires
Girolata – Calvica. 18 smMarina CalviScandola bei Tag
Calvi – Saint-Florentca. 30 smMarina Saint-FlorentStrände der Agriates
Saint-Florent – Macinaggioca. 32 smMarina MacinaggioRundung Cap Corse
Macinaggio – Bastiaca. 17 smVieux-Port BastiaAlter Hafen von Bastia
Bastia – Tavernaca. 23 smPort de TavernaOstküste
Taverna – Solenzaraca. 32 smSolenzaraBergkulisse
Solenzara – Porto-Vecchioca. 21 smMarina Porto-VecchioGolf von Porto-Vecchio
Porto-Vecchio – Bonifacioca. 30 smMarina Bonifacio (buchen)Lavezzi-Inseln
Bonifacio – Proprianoca. 32 smMarina ProprianoGolf von Valinco
Propriano – Ajaccioca. 25 smAjaccio (Basis)Rückkehr zur Basis

Calvi, Bastia und Saint-Florent haben bei uns keine eigene Seite; Boote rund um die Insel findest du auf der Seite Korsika.

Regeln und Sicherheit rund um Korsika

  • Scandola: Der Parc naturel régional de Corse verbietet nachts das Ankern im gesamten Reservat, erlaubt es nur tagsüber und verbietet es in der Kernzone (Gargalu bis Punta Palazzu) Tag und Nacht. Angeln und Gerätetauchen sind verboten.
  • Brutzeit-Sperrungen: Die Préfecture maritime hat im Sommer Zonen um Fischadler-Horste an der Westküste für Schifffahrt und Ankern gesperrt. Vor dem Törn die aktuellen Verordnungen auf premar-mediterranee.gouv.fr prüfen.
  • Lavezzi: Vier Sektoren des Archipels (Norden der Insel Lavezzi, Ratino, Porraggia, Perduto) sind per Verordnung des Préfet maritime für Befahren, Ankern und Aufenthalt gesperrt; mehr im Revierführer Südkorsika.
  • Posidonia: Ankern im geschützten Seegras ist für jedes Boot verboten, wo es die Wiese schädigen kann (Verordnung 123/2019 der Préfecture maritime, Art. 6). Örtliche Verordnungen legen zusätzlich kartierte Ankerverbotszonen für Schiffe ab 20 bzw. 24 m fest. Ankere auf Sand; die Präfektur empfiehlt SHOM-Karten und die App DONIA.
  • 300-m-Zone: Innerhalb von 300 m vor der Küste gilt dauerhaft höchstens 5 Knoten; markierte Badezonen meiden und die Zufahrtskanäle nutzen.
  • Wind: Météo-France beschreibt den Mistral über Korsika als Westwind, den Libeccio im Süden als West- und in der Balagne und am westlichen Cap Corse als Südwestwind, und weist darauf hin, dass Gebirge den Wind kanalisieren und beschleunigen. Jeden Tag den Seewetterbericht für die jeweilige Küstenzone lesen.
  • Häfen: Viele korsische Marinas wollen eine Reservierung, in Bonifacio gibt es ohne gar keinen Platz. An der Ostküste gibt es wenige Häfen, jede Nacht also vorher planen.
  • Notfall: Das CROSS erreichst du über UKW-Kanal 16 oder telefonisch unter 196; laut mer.gouv.fr hat Kanal 16 auf See Vorrang.
  • Führerschein: In Frankreich braucht ein Segelboot auf See keinen Führerschein, egal wie groß; ein Motorboot über 4,5 kW (6 PS) schon (den französischen Permis plaisance oder einen gültigen Schein aus deinem Heimatland, in dessen Grenzen). Für Bareboat-Charter verlangt der Vercharterer trotzdem einen Erfahrungsnachweis, oft einen Führerschein oder das ICC, und kann einen Skipper vorschreiben; mit Skipper brauchst du nichts. Mehr dazu unter Bootsführerschein in Frankreich.

Beste Reisezeit für die Korsika-Umrundung

Das Tourismusamt Korsikas nennt April bis Oktober als Segelsaison. Starker Wind kann Boote aber selbst im Sommer tagelang im Hafen festhalten, vor allem am Cap Corse und in der Straße von Bonifacio. Deshalb hat dieser Törnplan drei freie Tage. Im August sind die Liegeplätze der Engpass: Bonifacio begrenzt Reservierungen vom 1. bis 25. August für Boote unter 18 m auf eine Nacht, also alle Häfen möglichst früh buchen. Der Hafen von Girolata ist von Mai bis September besetzt.

FAQ

Wie lange dauert ein Segeltörn rund um Korsika?

Zwei Wochen sind der übliche Plan, das sagt auch das Tourismusamt. Unser Törn hat etwa 300 sm an 11 Segeltagen plus drei Reservetage. In einer Woche müsstest du lange Tage motoren, ohne Spielraum fürs Wetter; für eine Woche lieber nur die West- oder Südküste.

Im oder gegen den Uhrzeigersinn?

Bei den Westwinden, die Météo-France beschreibt, legt der Uhrzeigersinn ab Ajaccio die exponierte Westküste und das Cap Corse an den Anfang und bringt eine Rundung des Kaps vor dem Wind. Bei Ostwetterlage kann die Gegenrichtung besser sein; entscheide nach dem Wetterbericht.

Welche Häfen gibt es an der Ostküste?

Von Nord nach Süd auf dieser Route: Macinaggio, Bastia (Vieux-Port und Toga), Taverna, Solenzara und Porto-Vecchio. Zwischen Bastia und Solenzara ist Taverna der einzige Hafen, die Schläge sind also lang.

Kann man eine Yacht für zwei Wochen chartern?

Oft ja, aber das hängt vom Vercharterer und der Saison ab. Frag bei der Anfrage gleich nach zwei aufeinanderfolgenden Wochen ab derselben Basis.

Lohnt sich ein Segeltörn um Korsika mit Skipper?

Mit genug Erfahrung und einem akzeptierten Schein geht es auch ohne. Cap Corse und die Straße von Bonifacio sind aber anspruchsvoll; wer noch wenig Erfahrung mit offenen Mittelmeer-Schlägen hat, sollte über einen Skipper nachdenken.

Weitere Revierführer für Korsika

Für Start und Ziel lies unseren Revierführer Westkorsika (Ajaccio, Girolata und Scandola) und den Revierführer Südkorsika (Bonifacio, Lavezzi und die Meerenge). Vor der Abreise hilft die Packliste für den Yachtcharter.

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