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Bootsführerschein Frankreich: Was Urlauber wissen müssen
SicherheitSeptember 26, 2026

Bootsführerschein Frankreich: Was Urlauber wissen müssen

In Frankreich brauchen Sie einen Bootsführerschein (permis plaisance), um ein Motorboot mit mehr als 4,5 kW (6 PS) zu fahren. Segelboote sind auf See führerscheinfrei, egal wie groß. Als Urlauber dürfen Sie einen gültigen Führerschein aus Ihrem Heimatland im Rahmen seiner Berechtigungen nutzen. Bei Bareboat-Charter verlangt der Vercharterer trotzdem Erfahrungsnachweise. Mit Skipper brauchen Sie gar keinen Schein.

Stand der Regeln: 25. September 2026. Regeln können sich ändern. Klären Sie deshalb vor dem Ablegen mit den französischen Behörden oder dem Vercharterer, was gilt.

Wann braucht man in Frankreich einen Bootsführerschein?

Frankreich knüpft die Pflicht an die Motorleistung, nicht an die Bootslänge. Nach dem Décret 2007-1167 brauchen Sie einen Führerschein für ein Sportboot mit Motor, wenn der Antrieb mehr als 4,5 Kilowatt leistet. Das französische Meeresministerium gibt das mit 6 PS an. Die offizielle Erklärung steht auf der Seite des Ministeriums zum permis plaisance (auf Französisch).

  • Motorboot bis 4,5 kW (6 PS): führerscheinfrei. Das betrifft kleine Beiboote und die kleinen „bateau sans permis“-Mietboote an der Côte d'Azur oder in der Bretagne.
  • Motorboot über 4,5 kW (6 PS): Führerschein nötig. Das betrifft fast jedes Schlauchboot mit starkem Außenborder (RIB), jeden Daycruiser und fast alle Motorboote zum Mieten.
  • Segelboot auf See: führerscheinfrei, auch mit Hilfsmotor.

Die Grenze liegt deutlich unter der deutschen. In Deutschland ist der SBF See laut ELWIS bei Verbrennungsmotoren erst ab 11,03 kW Pflicht. Ein Boot, das Sie zu Hause ohne Schein fahren, kann in Frankreich also einen verlangen.

Der französische Schein hat Stufen. Die Option „côtière“ erlaubt Fahrten bis 6 Seemeilen von einem Schutzhafen, darüber hinaus braucht man die Erweiterung „hauturière“. Für Flüsse und Kanäle gibt es die Option „eaux intérieures“.

Braucht man für Segelboot oder Katamaran in Frankreich einen Führerschein?

Gesetzlich nein. Das Ministerium schreibt klar, dass das Führen eines Segelboots auf See keinen Führerschein erfordert, unabhängig von Bootsgröße und Segelfläche. Das gilt für Segelboote zum Chartern und segelnde Katamarane zum Chartern auf Korsika, an der Riviera oder an der Atlantikküste.

Zwei Einschränkungen:

  • Motorsegler können als Motorboot gelten. Das französische Recht behandelt ein Segelboot als Motorboot, wenn die Segelfläche im Verhältnis zum Gewicht klein ist. Ist Ihr Wunschboot eher Motor als Segel, fragen Sie den Vercharterer nach der Einstufung.
  • Der Vercharterer entscheidet, wer die Schlüssel bekommt. Kein Gesetz zwingt ihn, eine 45-Fuß-Yacht an jemanden ohne Erfahrung zu übergeben. Für Bareboat verlangen Vercharterer in der Regel einen Segellebenslauf (Törns und Boote, die Sie geführt haben) und oft einen Führerschein oder das ICC. Reicht ihnen das nicht, können sie einen Skipper vorschreiben.

Braucht man für eine Motoryacht in Frankreich einen Führerschein?

Ja, sobald die Motoren mehr als 4,5 kW (6 PS) leisten, und das tun sie bei jeder Motoryacht. Sie brauchen entweder den französischen permis plaisance oder einen gültigen Führerschein aus Ihrem Heimatland. Der Schein muss auch zur Tour passen: Die französische Option „côtière“ erlaubt nur 6 Seemeilen vom Schutzhafen, und ein ausländischer Schein gilt nur im Rahmen seiner eigenen Berechtigungen. Denken Sie daran, wenn Sie Motoryachten zum Chartern vergleichen, und prüfen Sie in jedem Inserat, ob ein Skipper verlangt wird.

Gilt der deutsche Sportbootführerschein See in Frankreich?

Frankreich verlangt von Urlaubern keine französische Prüfung. Ein Erlass vom 6. Juli 2011 (Arrêté du 6 juillet 2011 auf Légifrance) regelt das für französisch registrierte Motorboote:

  • Staatsangehörige eines EU- oder EWR-Staats mit einem gültigen, in der EU oder im EWR ausgestellten Führerschein dürfen ein französisches Motorboot im Rahmen der Berechtigungen ihres Scheins führen.
  • Staatsangehörige anderer Länder mit einem gültigen Führerschein aus ihrem Land dürfen das ebenso, im Rahmen seiner Berechtigungen.
  • Original mitführen. Bei einer Kontrolle müssen Sie das Original vorzeigen können, falls nötig mit beeidigter französischer Übersetzung.

Für deutsche Urlauber heißt das:

  • Der SBF See zählt als Führerschein aus einem EU-Staat. Nehmen Sie das Original mit.
  • Der SBF Binnen ist ein Schein für Binnengewässer. Auf See in Frankreich sollten Sie sich nicht darauf verlassen.
  • Ohne Schein haben Sie nichts vorzuzeigen. Für ein Motorboot über 6 PS in Frankreich brauchen Sie dann einen gültigen Führerschein, oder Sie chartern mit Skipper.
  • Boote unter fremder Flagge folgen einer anderen Logik. Laut dem britischen Segelverband RYA verlangt Frankreich von Skippern ausländisch beflaggter Gastboote die Befähigung, die ihr Flaggenstaat vorschreibt.

Gilt das ICC in Frankreich?

Das ICC (Internationales Zertifikat für Führer von Sportbooten) ist weit verbreitet, aber Frankreich hat die UNECE-Resolution 40, auf der das ICC beruht, laut ELWIS nicht angenommen. Rechtlich zählt also ein gültiger Führerschein aus Ihrem Heimatland. In der Praxis fragen Vercharterer in Frankreich oft nach dem ICC, weil es ein bekanntes Format ist, das sie an der Basis prüfen können. Für Deutsche ist das einfach: Der Sportbootführerschein wird laut ELWIS als ICC nach Resolution 40 ausgestellt. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum ICC.

Kann man in Frankreich ohne Führerschein ein Boot mieten?

Ja, in vier Fällen:

  • Mit Skipper oder Crew. Bei Charter mit Skipper oder voller Crew hat der Skipper den Schein und die Verantwortung für das Boot. Sie brauchen weder Führerschein noch Erfahrung.
  • Kleines Motorboot bis 6 PS. Kein Schein nötig, aber fragen Sie den Vermieter, wo Sie fahren dürfen.
  • Segelboot auf See. Gesetzlich kein Schein nötig, aber beachten Sie die Bareboat-Einschränkungen oben.
  • Kanal- und Flussboote. Auf ausgewiesenen Wasserstraßen darf der Vermieter Sie ein Kajütboot von 5 bis 15 Metern ohne Führerschein fahren lassen, mit einer schriftlichen Erlaubnis, die er ausstellt. Die Kanäle und Flüsse der Bretagne sind Binnengewässer, dort gelten also diese Regeln und nicht die für das Meer.

Auf Ship O'Hoi können Sie Charterboote bareboat, mit Skipper oder mit voller Crew buchen, wenn das Inserat es anbietet. Starten Sie bei allen Booten zum Mieten und filtern Sie nach Bootstyp.

Welche Strafe droht ohne Bootsführerschein in Frankreich?

Wer ein führerscheinpflichtiges Motorboot ohne Schein führt, begeht nach Artikel 15 des Décret 2007-1167 eine Übertretung der fünften Klasse (contravention de 5e classe). Das französische Strafgesetzbuch setzt dafür eine Geldstrafe von höchstens 1.500 Euro fest, im Wiederholungsfall bis 3.000 Euro, wenn die Vorschrift das vorsieht. Lesen Sie außerdem, was Chartervertrag und Versicherung zur Qualifikation des Skippers sagen.

SituationFührerschein in Frankreich?Gut zu wissen
Motorboot bis 4,5 kW (6 PS)NeinFragen, wo Sie fahren dürfen
Motorboot über 4,5 kW (6 PS)JaFranzösischer Schein oder gültiger Heimatschein
Segelboot oder Segelkatamaran auf SeeNeinBareboat: Segellebenslauf, oft ICC
Charter mit Skipper oder CrewNeinDer Skipper hat den Schein
Kanalboot 5 bis 15 mNeinSchriftliche Erlaubnis des Vermieters

Häufige Fragen

Gilt die 6-PS-Grenze auch für Jetskis?

Die Pflicht hängt an der Motorleistung, und Jetskis liegen weit über 4,5 kW. Für Jetskis gelten außerdem eigene Regeln, wo sie fahren dürfen. Fragen Sie den Vermieter, bevor Sie losfahren.

Gilt die 6-PS-Grenze auch für Elektroboote?

Ja. Die französische Regel stellt auf die Leistung des Antriebs ab, egal womit er betrieben wird. Über 4,5 kW brauchen Sie einen Führerschein.

Darf ich ein größeres Boot fahren, als mein Schein abdeckt?

Nein. Frankreich erkennt einen ausländischen Schein nur im Rahmen seiner eigenen Berechtigungen an. Diese Grenzen gelten auch in Frankreich.

Sind die Regeln in Spanien und Italien anders?

Jedes Land hat eigene Grenzen. Vergleichen Sie unsere Ratgeber zum Bootsführerschein in Spanien und zum Bootsführerschein in Italien, wenn Sie noch zwischen Revieren wählen.

Sie suchen ein Boot in Frankreich? Sehen Sie sich Yachtcharter in Frankreich an oder gehen Sie direkt zu Korsika oder zur Französischen Riviera.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Wer das Boot führt, ist selbst dafür verantwortlich, die richtigen Papiere für Boot und Törn zu haben, und der Vercharterer hat das letzte Wort darüber, wer mit seinem Boot ablegen darf.

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