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Segeln Côte d'Azur: Törn von Saint-Tropez nach Cannes
ReisezieleSeptember 26, 2026

Segeln Côte d'Azur: Törn von Saint-Tropez nach Cannes

Segeln an der Côte d'Azur zwischen Saint-Tropez und Cannes bietet viel auf kurzen Strecken: den Hafen von Saint-Tropez, die Sandbucht von Pampelonne, die roten Felsen des Estérel und die beiden Lérins-Inseln vor Cannes – eine mit Festung, eine mit bewohntem Kloster. Eine Woche ab dem Golf von Saint-Tropez heißt: Schläge von 2 bis 27 Seemeilen, Nächte in Marinas und Bojenfeldern und einige strenge örtliche Regeln.

Wo chartert man eine Yacht für die Côte d'Azur?

Die wichtigsten Charterbasen für diesen Törn liegen im Golf von Saint-Tropez: Les Marines de Cogolin und Port Grimaud; weitere Yachten gibt es in Saint-Tropez und Cannes. Einen Überblick bietet die Seite Yachtcharter Französische Riviera. Charterwochen laufen meist von Samstag bis Samstag. Für Bareboat muss der Vercharterer deine Qualifikation akzeptieren (siehe Bootsführerschein in Frankreich und ICC); sonst nimmst du einen Skipper dazu oder buchst eine Yacht mit Crew.

7-Tage-Törn ab Cogolin und Port Grimaud

Der Törn beginnt und endet im Golf von Saint-Tropez. Alle Distanzen sind grobe Schätzungen: Plane jede Etappe mit aktuellen Seekarten und Hafenhandbuch und halte für Mistraltage einen Plan B bereit.

Tag 1: Cogolin oder Port Grimaud – Saint-Tropez (ca. 3 sm)

Nach der Übernahme geht es in einem kurzen Schlag über den Golf nach Saint-Tropez. Yachten unter 18 m fragen einen Liegeplatz über Navily an, größere über das Buchungssystem Magelan Eresa des Hafens; die Capitainerie ist auf UKW-Kanal 9 erreichbar. Die Hochsaison des Hafens reicht vom 1. Mai bis zum Beginn der Regatta Voiles de Saint-Tropez – früh reservieren.

Tipp: Ist Saint-Tropez voll, bleibst du die erste Nacht in der Basis (Cogolin und Port Grimaud jeweils UKW 9).

Tag 2: Saint-Tropez – Cap Camarat – Pampelonne (ca. 9 sm)

Um das Cap Saint-Tropez herum, nach Süden bis zum Cap Camarat und zurück in die Bucht von Pampelonne. Die Bucht ist für die Gemeinde Ramatuelle als ZMEL (genehmigtes Bojen- und Ankerfeld) organisiert. Laut Betreiber ist es vom 8. Mai bis 5. Oktober geöffnet, gebucht wird online oder über UKW 77. Tag und Nacht liegen darf man nur im Sektor Capilla (D); die Großyacht-Sektoren B und C sind nur tagsüber (8–22 Uhr) belegbar. Boote unter 24 m dürfen außerhalb der Bojensektoren auf Sand ankern, höchstens 72 Stunden und nur mit Anmeldung in der ZMEL-App. Ankern im Seegras (Posidonia) ist für alle Boote verboten.

Tipp: Bojenbuchungen können nicht storniert werden – erst den Wetterbericht prüfen, dann zahlen.

Tag 3: Pampelonne – Sainte-Maxime (ca. 7 sm)

Zurück ums Kap und quer über den Golf nach Sainte-Maxime am Nordufer. Der Hafen hat über 800 Liegeplätze, ein Online-Buchungsportal für Gastlieger und hört UKW 9.

Tipp: Hier vor dem Estérel Proviant bunkern und Wasser tanken.

Tag 4: Sainte-Maxime – Agay und das Estérel (ca. 12 sm)

Vorbei an Saint-Raphaël bis in die Bucht von Agay, wo die roten Felsen des Estérel beginnen. Der Hafen von Agay nimmt nur Boote bis 8 m auf, in der Bucht gibt es aber Bojen. Gastlieger müssen sich vorher bei der Capitainerie (UKW 9) melden. In den Bojenfeldern gelten 3 Knoten, Segeln ist dort verboten; im östlichen und nördlichen Teil der Bucht ist Ankern im 300-m-Streifen untersagt.

Tipp: Vorab fragen, ob die Gastbojen für deine Bootslänge passen.

Tag 5: Agay entlang des Estérel zu den Lérins-Inseln (ca. 12 sm)

Die schönste Etappe: entlang der roten Klippen und Buchten des Estérel, vorbei an Théoule-sur-Mer und hinüber zu den Lérins-Inseln. Übernachtet wird im Bojenfeld (ZMEL) der Anse Sainte-Anne an der Nordseite der Île Sainte-Marguerite. Laut Stadt Cannes gibt es dort 30 Bojen für Boote von 6 bis 20 m, umgeben von einer 43 Hektar großen Zone mit Ankerverbot. Geöffnet ist das Feld jedes Jahr vom 1. Mai bis 30. September. Man meldet sich beim Port du Moure Rouge über UKW 9 oder telefonisch (9–18 Uhr) an. Maximal 7 Nächte am Stück; am Abreisetag bis 12 Uhr die Boje räumen.

Tipp: An Land lohnt das Fort Royal, in dem der Mann mit der eisernen Maske gefangen saß. Die Insel ist Staatsforst – Müll wieder mitnehmen.

Tag 6: Saint-Honorat und weiter nach Cannes (ca. 2 sm plus Inselrunde)

Morgens durch den Kanal zwischen den Inseln nach Saint-Honorat. Die Abtei wird noch von Mönchen bewohnt, die Insel hat eigene Weinberge, und Besucher werden um angemessene Kleidung gebeten. Südlich der Insel vor der Abtei gilt ein Ankerverbot. Danach hinüber in den Vieux-Port von Cannes unterhalb der Altstadt Le Suquet; der Hafen wird im Auftrag der Stadt von IGY Marinas betrieben – Gastliegeplatz vorab anfragen.

Tipp: Mit einem Reservetag sind Golfe-Juan und Antibes ein kurzer Schlag weiter östlich; Liegeplätze direkt beim Hafen klären.

Tag 7: Cannes – Cogolin oder Port Grimaud (ca. 27 sm)

Der lange Rückweg führt am Estérel entlang zurück in den Golf von Saint-Tropez – früh ablegen. Der Mistral weht an der Küste des Var aus West und käme auf dieser Etappe genau von vorn. Ist er angesagt, einen Tag früher zurücksegeln und Tag 6 als Reservetag nutzen. Die Yacht muss pünktlich zurück an der Basis sein.

EtappeDistanzÜbernachtungHighlight
Cogolin/Port Grimaud – Saint-Tropezca. 3 smHafen Saint-Tropez (reservieren)Alter Hafen und Ort
Saint-Tropez – Cap Camarat – Pampelonneca. 9 smZMEL Pampelonne, Bojen Capilla oder Sandgrund (unter 24 m)Cap Camarat, Sandbucht
Pampelonne – Sainte-Maximeca. 7 smHafen Sainte-MaximeGolfquerung, Proviant
Sainte-Maxime – Agayca. 12 smBojen in der Bucht von Agay (vorher melden)Rote Estérel-Felsen
Agay – Lérins-Inselnca. 12 smZMEL Sainte-Anne, Sainte-Marguerite (1.5.–30.9.)Estérel-Küste, Fort Royal
Lérins – Saint-Honorat – Cannesca. 2 sm plusVieux-Port CannesKlosterinsel, Le Suquet
Cannes – Cogolin/Port Grimaudca. 27 smCharterbasisLanger Heimweg

Regeln und Sicherheit an der Côte d'Azur

  • Der 300-Meter-Streifen. Innerhalb von 300 m vor der Küste gilt für jedes Boot, ob unter Segel oder Motor, höchstens 5 Knoten – so die Préfecture maritime de la Méditerranée. Reine Badezonen sind mit gelben Bojen markiert und für Boote gesperrt; Strände nur über die markierten Zufahrtskanäle anlaufen. In Cannes gelten in diesen Kanälen 5 Knoten, sie dürfen nur von einem Ende befahren werden, Ankern und Baden sind darin verboten.
  • Jetskis und Verkehr. Rund um Cannes sind Jetskis im markierten 300-m-Streifen verboten, auch um die Inseln und auf dem Wasser zwischen Sainte-Marguerite und Saint-Honorat. Fahrgastschiffe legen am Anleger von Sainte-Marguerite an – Anleger und Kanäle freihalten.
  • Posidonia und Ankern. Ankern im geschützten Seegras ist für jedes Boot verboten, wo es die Wiese schädigen kann (Verordnung 123/2019 der Préfecture maritime, Art. 6); die kartierten Ankerverbotszonen der Verordnungen für Var und Alpes-Maritimes gelten für Schiffe ab 24 m (in Teilen der Alpes-Maritimes ab 20 m). Dazu kommen örtliche Regeln: kein Ankern im Seegras innerhalb der ZMEL Pampelonne, kein Ankern in der 43-Hektar-Zone um das Bojenfeld Sainte-Anne und südlich von Saint-Honorat, und Cannes bittet alle Boote an den Lérins, auf Sand zu ankern. Die Inseln sind ein Natura-2000-Gebiet.
  • Ankerdauer. Nach der geltenden Mittelmeer-Regel darf man 72 Stunden am selben Platz ankern. Danach müssen Boote unter 24 m weiter und dürfen nicht im Umkreis von 500 m erneut ankern. Vor Anker ist Wache Pflicht.
  • Wind. Laut Météo-France weht der Mistral an der Küste des Var aus West und erreicht die Côte d'Azur, wenn das Tief nördlich des Golfs von Genua liegt. Er bläst im Mittel mit etwa 50 km/h, in Böen mit 80–100 km/h, kann mehrere Tage bis über eine Woche anhalten und ist im Winter und Frühjahr oft stärker. Ost- und Südostwinde (Levant und Marin) sind sehr feucht und bringen Wolken und Regen; der Marin weht oft kräftig und stetig.
  • Notfall. Das CROSS erreichst du über UKW-Kanal 16. Per Telefon ist die 196 kostenlos; die Préfecture maritime betont aber, dass UKW auf See Vorrang hat.
  • Führerschein. Für ein Segelboot braucht man in Frankreich auf See keinen Führerschein, egal wie groß es ist. Für ein Motorboot über 4,5 kW (6 PS) ist einer nötig: der französische Permis plaisance oder ein gültiger Schein aus dem Heimatland im Rahmen seiner Grenzen. Für Bareboat verlangt der Vercharterer trotzdem einen Erfahrungsnachweis (Segellebenslauf, oft Führerschein oder ICC) und kann einen Skipper vorschreiben. Mit Skipper brauchst du nichts. Mehr dazu im Ratgeber Bootsführerschein Frankreich.

Beste Zeit zum Segeln an der Côte d'Azur

Die Bojenfelder zeigen die Saison: Pampelonne ist von Anfang Mai bis Anfang Oktober geöffnet, das Feld Sainte-Anne vom 1. Mai bis 30. September, und Agay empfängt Gäste von April bis Oktober. Saint-Tropez rechnet den 1. Mai bis zur Regatta Voiles de Saint-Tropez Ende September als Hochsaison. Im Hochsommer möglichst jede Nacht reservieren. Den Mistral im Blick behalten, der laut Météo-France im Winter und Frühjahr oft stärker ist, ebenso die feuchten Ostwinde im Herbst.

Häufige Fragen

Kann ich vor Pampelonne über Nacht ankern?

Nur an den Bojen im Sektor Capilla (Tag und Nacht) oder auf Sand außerhalb der Bojensektoren, wenn dein Boot unter 24 m lang ist – dann bis zu 72 Stunden und mit Anmeldung in der ZMEL-App. Nie im Seegras ankern.

Muss ich das Bojenfeld an den Lérins buchen?

Nicht online: Man meldet sich vom 1. Mai bis 30. September beim Port du Moure Rouge über UKW 9 oder telefonisch zwischen 9 und 18 Uhr an. Es gibt 30 Bojen für Boote von 6 bis 20 m.

Ist die Côte d'Azur etwas für Segelanfänger?

Die Schläge sind kurz und die Häfen liegen nah beieinander, aber Marinas und Ankerbuchten sind voll. Für Bareboat braucht man trotzdem nachgewiesene Erfahrung – sonst mit Skipper chartern.

Kann ich Monaco oder Nizza einbauen?

Dieser Törn endet in Cannes; weiter östlich werden die Rückwege in den Golf lang. Mit mehr Zeit bieten sich Golfe-Juan und Antibes an.

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Weiter westlich? Lies unsere Törnführer zu den Hyères-Inseln und Porquerolles und zu Marseille und den Calanques – und packe mit unserer Packliste für den Yachtcharter.

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