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Segeln Istrien: 7-Tage-Törn ab Pula mit Tipps
ReisezieleSeptember 26, 2026

Segeln Istrien: 7-Tage-Törn ab Pula mit Tipps

Segeln in Istrien heißt kurze, entspannte Schläge vorbei am römischen Pula, am Nationalpark Brijuni und an der Altstadt von Rovinj, die Kvarner-Inseln in Reichweite im Osten. Ein typischer Wochentörn ab Pula, Medulin oder Pomer führt die Westküste hinauf nach Rovinj, zurück ums Kap Kamenjak und hinüber nach Rabac und Unije, bevor es zurück zur Basis geht. Die Häfen liegen dicht beieinander; Respekt verlangt vor allem die offene Überfahrt über den Kvarner.

Wo chartert man eine Yacht für Istrien?

Die Charterbasen liegen in und um Pula: Yachtcharter in Pula sowie in der geschützten Bucht von Medulin mit Booten in Medulin und Yachten in Pomer. Weiter nördlich ist Rovinj zugleich Basis und Höhepunkt der Route; alle Yachten im Land finden Sie auf der Kroatien-Seite. Charterwochen laufen meist von Samstag bis Samstag. Für Bareboat brauchen Sie einen Schein, den der Vercharterer akzeptiert (siehe Bootsführerschein in Kroatien und ICC); sonst buchen Sie einen Skipper oder eine Yacht mit Crew.

Ein 7-Tage-Törn ab Pula

Pula hat zwei ganzjährig geöffnete Marinas: die ACI Marina Pula an der Stadtriva mit Blick aufs römische Amphitheater und die Marina Veruda in der Bucht Veruda südlich des Zentrums, nach Angaben der Marina gegen alle Winde geschützt. Wer in Pomer oder Medulin startet, steigt bei Tag 4 ein. Alle Distanzen sind Näherungswerte; planen Sie jeden Schlag mit aktuellen Seekarten und Hafenhandbuch.

Tag 1: Pula – Brijuni (ca. 7 sm)

Aus dem Hafen von Pula am Amphitheater vorbei nach Norden zum Nationalpark Brijuni. Durch die Parkgewässer dürfen Sie nur fahren, um den Hafen Veliki Brijun oder das zugelassene Ankerfeld davor anzulaufen. Liegeplatz im nautischen Teil des Hafens Veliki Brijun mit Wasser und Strom. Tipp: Melden Sie sich vorher auf UKW-Kanal 9 beim Hafen und schließen Sie sich an Land einer der geführten Touren des Parks an.

Tag 2: Brijuni – Rovinj (ca. 12 sm)

Ein leichter Schlag an der flachen Westküste entlang nach Rovinj, dessen Altstadt mit der Kirche der hl. Euphemia direkt aus dem Meer aufragt. Liegeplatz in der ACI Marina Rovinj im Südostteil des Stadthafens (ganzjährig geöffnet). Tipp: Die Einfahrt führt zwischen der Insel Sv. Katarina und dem Wellenbrecher hindurch; eine gelb-schwarze Tonne markiert eine Untiefe und ist laut Marina bei Ansteuerung von Süden nördlich zu runden.

Tag 3: Rovinj, Limski kanal und zurück nach Pula (ca. 25 sm)

Gleich nördlich von Rovinj liegt der Limski kanal, ein rund 12 km langes, überflutetes Karsttal, seit 1980 besonderes Meeresschutzgebiet und Standort von Fisch- und Muschelzuchten. Die Befahrung ist eingeschränkt: Prüfen Sie die aktuellen Regeln bei der Hafenbehörde und im Hafenhandbuch, bevor Sie mit der Yacht hineinfahren, und planen Sie dort keinen Ankerplatz ein. Am einfachsten sehen Sie den ganzen Kanal mit einem Ausflugsboot ab Vrsar oder Rovinj. Danach nach Süden zurück nach Pula; Liegeplatz in der ACI Marina Pula oder der Marina Veruda. Tipp: Laufen Sie Pula im Abendlicht an, dann sehen Sie die Arena vom Wasser aus.

Tag 4: Pula – Kap Kamenjak – Pomer (ca. 15 sm)

Um die Südspitze Istriens zum Kap Kamenjak bei Premantura, einem Schutzgebiet mit Buchten, Kieselstränden und versteinerten Dinosaurierspuren. Badestopp in einer Ankerbucht, Anker auf Sand und nicht ins Seegras. Dann in die Bucht von Medulin: flach, im Schnitt weniger als 20 m tief, mit neun Inseln und Inselchen und vielen Riffen im äußeren Teil. Liegeplatz in der ACI Marina Pomer ganz innen in der Bucht (ganzjährig geöffnet), oder fragen Sie Ihre Basis nach Plätzen in Medulin. Tipp: Die Marina warnt vor zahlreichen Riffen und Untiefen in der Ansteuerung; nehmen Sie das Hauptfahrwasser östlich des Inselchens Fenera und halten Sie sich näher an Ceja als an das flachere Bodulaš.

Tag 5: Pomer – Rabac (ca. 20 sm)

Ostwärts um das Kap Marlera und an der Ostküste Istriens hinauf nach Rabac, einst ein Fischerdorf unterhalb der Bergstadt Labin, heute bekannt für weiße Kieselstrände. Liegeplatz im Hafen Rabac an der Kaimauer mit Wasser und Strom. Er ist gegen Bora und Tramontana geschützt, nach Süden aber völlig offen; die Hafenverwaltung schreibt selbst, dass Hafenhandbücher ihn deshalb als unsicher einstufen. Tipp: Die Hafenverwaltung hat eine Reservierungsseite; bei Südwind-Prognose bleiben Sie besser in Pomer.

Tag 6: Rabac – Unije (ca. 25 sm)

Der Schlag über das offene Wasser des Kvarner nach Unije, der größten Insel rund um Lošinj. Autos gibt es dort nicht; Traktoren bringen die Waren vom Schiff. Übernachtung in der Bucht Maračol an der Ostseite, wo früher eine Fischfabrik stand und die laut Tourismusverband Lošinj vielen Seglern als Ankerplatz dient. Tipp: Das ist die Etappe mit der größten Bora-Gefahr. Fahren Sie nur bei stabiler Prognose, prüfen Sie im Hafenhandbuch, wie die Bucht zum angesagten Wind liegt, und halten Sie einen Plan B auf der Istrien-Seite bereit.

Tag 7: Unije – zurück nach Pula, Veruda oder Pomer (ca. 20–25 sm)

Zurück nach Westen zum Kap Kamenjak und weiter nach Pomer, oder ums Kap nach Veruda bzw. Pula. Tipp: Charteryachten müssen meist am Abend vor der Übergabe am Samstag zurück an der Basis sein, also früh in Unije ablegen.

EtappeDistanzÜbernachtungHöhepunkt
Pula – Brijunica. 7 smHafen Veliki BrijunNationalpark, geführte Inseltouren
Brijuni – Rovinjca. 12 smACI Marina RovinjAltstadt und hl. Euphemia vom Wasser
Rovinj – Pula über Limca. 25 smACI Marina Pula oder Marina VerudaLimski kanal, Amphitheater
Pula – Pomer über Kamenjakca. 15 smACI Marina PomerKap Kamenjak, Bucht von Medulin
Pomer – Rabacca. 20 smHafen RabacOstküste, Labin
Rabac – Unijeca. 25 smBucht Maračol (Ankerplatz)Kvarner-Überfahrt, autofreie Insel
Unije – Basisca. 20–25 smHeimatmarinaLetzter Badestopp am Kamenjak

Regeln und Sicherheit in Istrien

  • Nationalpark Brijuni: Die Parkgewässer dürfen nur zum Anlaufen des Hafens Veliki Brijun oder zum Ankern im zugelassenen Ankerfeld davor befahren werden. Zwischen den Inseln Sveti Jerolim und Veliki Brijun darf nicht gestoppt werden; Angeln sowie das Sammeln von Muscheln, Seeigeln und anderen Meerestieren sind verboten. Ab 1. Mai zieht die Hafenbehörde Pula die Parkgebühr von Bootsfahrern ein. Baden ist nur an gekennzeichneten Badestellen erlaubt. Aktuelle Regeln und Preise stehen auf der Nautik-Seite des Parks.
  • Kap Kamenjak und Medulin-Archipel: Die Parkverwaltung bittet, nicht in Posidonia-Seegraswiesen zu ankern und vor dem Fallenlassen den Grund zu prüfen. Sie warnt vor starker Strömung, vor allem zwischen Kap Kršine und der Insel Fenoliga, und vor vielen Booten dicht unter Land im Sommer. Delfinen nicht nachfahren und nicht direkt auf sie zuhalten; innerhalb von 100 m sollte nicht mehr als ein Boot sein. Mehr im Verhaltenskodex von Kamenjak.
  • Limski kanal: besonderes Meeresschutzgebiet mit Aquakultur. Aktuelle Befahrungsregeln vor der Einfahrt prüfen.
  • Abstand zur Küste und Geschwindigkeit: Nach der kroatischen Verordnung über die Sicherheit der Seeschifffahrt (Narodne novine 52/2025) müssen Boote unter 15 m mindestens 50 m Abstand zur Küste und zur Absperrung eines ausgewiesenen Badebereichs halten. Innerhalb von 300 m zur Küste, in engen Kanälen und in Hafen- und Ankerplatzzufahrten gilt für alle höchstens 8 Knoten. Zu Taucherbojen mindestens 50 m Abstand halten.
  • Papiere: Anmeldung der Yacht und Crewliste (im eCrew-System des Ministeriums) übernimmt der Vercharterer. Nehmen Sie Ausweise für alle an Bord mit. Gebühren und Kurtaxe erklärt unser Beitrag zu Regeln und Gebühren beim Segeln in Kroatien.
  • Führerschein: In Kroatien brauchen Sie für jedes gemietete Motorboot und für eine Bareboat-Yacht einen anerkannten Bootsführerschein, egal wie klein der Motor ist. Für Bareboat kommt ein Funkzeugnis dazu. Ein ICC für Küstengewässer wird akzeptiert; mit gebuchtem Skipper brauchen Sie keins von beiden.
  • Wind: Laut DHMZ, dem kroatischen Wetterdienst, ist die Bora (bura) der typische Nordostwind der nördlichen Adria, böig, stark und lang anhaltend, und an der istrischen Küste vorherrschend. Der Jugo (Scirocco) ist ein gleichmäßiger, starker Wind aus Süden, der weiter südlich in der Adria häufiger weht. Beide sind in der kalten Jahreshälfte häufiger und stärker, doch auch eine Sommer-Bora kann den Schiffsverkehr behindern. Den DHMZ-Seewetterbericht für Kleinfahrzeuge jeden Morgen lesen.

Beste Zeit zum Segeln in Istrien

Die Marinas in Pula, Veruda, Rovinj und Pomer sind ganzjährig geöffnet, die Chartersaison läuft aber etwa von April oder Mai bis Oktober. Laut DHMZ sind Bora und Jugo in der kalten Jahreshälfte stärker und häufiger. Planen Sie im Frühjahr und Spätherbst deshalb einen Reservetag für die Kvarner-Überfahrt ein. Der Park Kamenjak empfiehlt für seine Natur den späten Frühling und frühen Herbst, das passt gut zu einem Törn im September oder Anfang Oktober. Der Hafen Rabac nennt einen Bereitschaftsdienst von Juni bis September; außerhalb dieser Zeit vorher anrufen.

FAQ

Darf ich mit der Charteryacht in den Nationalpark Brijuni?

Ja, aber nur zum Festmachen im Hafen Veliki Brijun oder zum Ankern im zugelassenen Ankerfeld davor. Die Parkgebühr ist fällig. An Land gelten markierte Wege und die geführten Touren des Parks.

Eignet sich Istrien für den ersten Bareboat-Törn?

Für viele Crews ja: Die Schläge sind kurz, und ganzjährige Marinas liegen nah beieinander. Bei unsicherer Wetterlage lassen Sie die Kvarner-Überfahrt aus und bleiben an der istrischen Küste.

Kann ich im Limski kanal ankern?

Planen Sie nicht damit. Der Kanal ist ein besonderes Meeresschutzgebiet mit Fisch- und Muschelzuchten, und die Befahrung ist eingeschränkt. Am besten besuchen Sie ihn mit dem Ausflugsboot ab Vrsar oder Rovinj.

Wie weit ist es von Pula nach Unije oder Lošinj?

Unije liegt je nach Route ca. 20–25 sm von Pula oder Pomer entfernt, Mali Lošinj noch weiter. Das ist ein voller Segeltag über offenes, bora-exponiertes Wasser.

Pula, Medulin oder Pomer – welche Basis?

Pula liegt am besten für Brijuni und die Westküste, Pomer und Medulin für Kamenjak und die Kvarner-Inseln. Die Runde oben funktioniert von allen drei Häfen.

Für die Inseln östlich von Istrien lesen Sie unseren Törnführer Segeln im Kvarner: Krk, Cres und Lošinj. Weiter nach Süden geht es mit Segeln im Zadar-Archipel und in der Telašćica.

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