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Segeln in Kroatien: Regeln und Gebühren für Charter-Crews
ReisezieleSeptember 26, 2026

Segeln in Kroatien: Regeln und Gebühren für Charter-Crews

Beim Charter-Törn in Kroatien ist der Papierkram größtenteils erledigt, bevor Sie an Bord gehen: Die Charterfirma meldet die Crewliste an, kassiert die Kurtaxe, und die Gebühr für die Sicherheit der Seefahrt ist für die Yacht bereits bezahlt. Beim Skipper bleiben die Regeln auf dem Wasser: ein anerkannter Schein samt Funkzeugnis, ein Bootsticket für jeden National- oder Naturpark, Ankerverbote, Mindestabstände zu Stränden, 8 Knoten in Küstennähe und 0,5 Promille. So steht es in den offiziellen kroatischen Quellen.

Was die Charterfirma erledigt

Charteryachten ab Stützpunkten wie Split und Zadar sowie aus Marinas entlang der ganzen Küste von Kroatien können Sie bei Ship O'Hoi buchen, als Bareboat oder mit Skipper. Die Charterwoche läuft meist von Samstag bis Samstag. Drei amtliche Pflichten hängen an Yacht und Firma, nicht an Ihnen.

Gebühr für die Sicherheit der Seefahrt (die „Vignette"). Eigner von Yachten im kroatischen Schiffsregister zahlen jährlich eine Gebühr für die Sicherheit der Seefahrt und den Schutz des Meeres vor Verschmutzung. Für Charteryachten unter fremder Flagge muss laut Seefahrtsministerium die Charterfirma diese Gebühr für jedes Kalenderjahr zahlen; der Nachweis ist die sogenannte Vignette, die online über eNautika verlängert wird. Als Chartergast kaufen Sie keine Vignette.

Kurtaxe. Nach dem kroatischen Kurtaxengesetz zahlt jede Person, die auf einer Charteryacht übernachtet, pro Nacht Kurtaxe. Die Charterfirma kassiert sie zusammen mit dem Charterpreis und muss sie auf der Rechnung gesondert ausweisen. Kinder unter 12 Jahren und Berufscrew (etwa Ihr gebuchter Skipper) sind befreit.

Crewliste. Die Charterverordnung verpflichtet die Firma, die Liste von Crew und Passagieren spätestens beim Auslaufen elektronisch in der Datenbank des Ministeriums anzumelden. Ein Ausdruck muss an Bord sein, und der Skipper muss ihn auf Verlangen vorzeigen. Kommt während der Woche jemand dazu oder geht von Bord, sagen Sie der Basis Bescheid.

Übergabe. Dieselbe Verordnung legt fest, was die Übergabe umfassen muss: Prüfung der Befähigung des Skippers, alle gültigen Bootsdokumente (Nachweis der Seetüchtigkeit, Haftpflichtversicherung, Crewliste), Funktionsprüfung der Ausrüstung, die wichtigsten Sicherheitsregeln, die Nummern des Seenotrettungsdienstes, das Vorgehen nach einem Unfall und wie Sie an Wetterberichte kommen. Beide Seiten unterschreiben ein Übergabeprotokoll; ein Exemplar bleibt an Bord.

Welcher Schein und welches Funkzeugnis?

In Kroatien brauchen Sie einen anerkannten Bootsführerschein, um eine Bareboat-Yacht zu führen, egal wie klein der Motor ist, und für Bareboat-Charter zusätzlich ein Funkbetriebszeugnis für UKW (meist das SRC). Ein ICC mit Gültigkeit für Küstengewässer wird anerkannt, ebenso viele nationale Scheine auf der Liste anerkannter ausländischer Dokumente des Ministeriums. Mit gebuchtem Skipper brauchen Sie beides nicht: Der Skipper hat die Papiere und führt das Kommando. Bringen Sie die Originale zur Übergabe mit. Welche Scheine auf der Liste stehen, erklärt unser Ratgeber zum Bootsführerschein in Kroatien; wie Sie an ein ICC kommen, lesen Sie im ICC-Ratgeber.

Gebühren für National- und Naturparks

Jeder Park legt sein eigenes Bootsticket fest, meist nach Länge der Yacht und Anzahl der Tage, und veröffentlicht eine Preisliste, die sich im Lauf des Jahres ändern kann. Wir verlinken die offiziellen Seiten, statt Beträge zu nennen.

ParkBootsticketWo Sie liegen dürfen
NP KornatenGültiges Ticket für jeden Tag im Park; vor der Einfahrt gekauft günstigerNur in genannten Buchten; strenge Schutzzonen gesperrt
NP KrkaEintrittskarte vor dem Einsteigen ins Parkboot in SkradinParkboote zum Skradinski buk von April bis Oktober
NP BrijuniEintrittsgebühr kassiert die Hafenbehörde Pula für den ParkHafen Veli Brijun oder Ankerplatz davor
NP MljetBootsticket, Preis nach Bootsgröße und TagenBereiche Polače und Pomena; viele Buchten gesperrt
Naturpark LastovoTicket oder Genehmigung Pflicht; 1, 3 oder 5 TageParkbojen in vier Buchten, Bojengebühr extra

Kornaten. Laut Park braucht jeder Besucher ein gültiges Ticket für jeden Tag innerhalb der Parkgrenzen. Wer vor der Einfahrt kauft (online, an der Parkrezeption in Murter oder bei Verkaufsstellen), zahlt weniger als bei den Ranger-Booten im Park, und 3- und 5-Tages-Tickets gibt es im Park gar nicht. Die Verhaltensregeln erlauben Ankern und Übernachten nur in genannten Buchten, darunter Lučica, Vruje, Opat, Smokica, Ravni Žakan, Lavsa, Piškera (Vela Panitula) und Kravljačica. Vier strenge Schutzzonen (um Purara mit den Riffen Klint und Volić, Mrtenjak, Kolobučar sowie Mali und Veli Obručan) sind für Besucher gesperrt, Harpunen sind verboten.

Krka. Von See aus erreichen Sie den Park in Skradin. Von dort bringen parkeigene Boote die Besucher von April bis Oktober zum Skradinski buk; das Ticket kaufen Sie vor dem Einsteigen im Parkbüro Skradin oder online.

Brijuni. Die Parkgewässer dürfen Sie nur durchfahren, um den Hafen Veli Brijun oder den zugelassenen Ankerplatz davor anzulaufen; der Park ist über UKW-Kanal 9 erreichbar. Stopps zwischen Jerolim und Veli Brijun sind nicht erlaubt.

Mljet. Pflicht ist ein Bootsticket, dessen Preis von Bootsgröße und Aufenthaltsdauer abhängt. Ankern ist rund um Polače und Pomena erlaubt (auch in der Bucht Lokva), eine lange Liste anderer Buchten ist gesperrt. Innerhalb von 150 m zur Küste gelten höchstens 5 Knoten.

Lastovo. Ohne gültiges Ticket oder Genehmigung ist der Aufenthalt im Naturpark verboten. Der Park betreibt Bojenfelder in Saplun, Skrivena luka, Škoj od Zaklopatice und Vejo Lago; die Bojengebühr ist nicht im Ticket enthalten und wird bei der Ankunft bei den Rangern bezahlt. Sagt die Vorhersage mehr als 20 m/s Wind an, müssen Sie die Boje verlassen.

Telašćica. Der Naturpark am Südende von Dugi otok ist ein eigenes Schutzgebiet; aktuelle Regeln und Preisliste finden Sie auf der Website des Parks.

Ankern, Liegeplätze und Bojenfelder

Das kroatische Regelwerk zur Sicherheit der Seefahrt definiert einen nautischen Ankerplatz als Seegebiet mit Ankervorrichtungen, das per Konzession gewerblich betrieben wird: in der Praxis die kostenpflichtigen Bojenfelder in vielen Buchten. Verboten ist das Ankern:

  • wo Seekarten und amtliche Publikationen ein Ankerverbot zeigen oder der Hafenkapitän das Ankern verboten oder eingeschränkt hat (diese Gebiete stehen in den Seekarten und auf der Website des Ministeriums)
  • wo Ihr Schwojkreis über ein Unterwasserkabel, eine Leitung oder einen Abwasserauslass reicht
  • wo Ihr Schwojkreis näher als 50 m an die Absperrung eines angelegten Badestrands kommt
  • näher als 150 m am Ufer eines Naturstrands

Mit Landleine festmachen dürfen Sie nicht in Badebereichen und nicht so, dass Uferbewuchs beschädigt wird; kein Teil der Yacht oder ihrer Leinen darf 70 m oder mehr vom Ufer entfernt sein. In den Parks gelten zusätzlich die Parkregeln oben.

Seegras: Die nationalen Seefahrtsregeln enthalten keine eigene Posidonia-Klausel, die Parks schützen die Wiesen aber mit Bojen. Lastovo begründet seine Bojenfelder ausdrücklich damit, dass Anker die Posidonia-Wiesen schädigen. Wo Sie frei ankern, lassen Sie den Anker auf Sand fallen.

Strände, Geschwindigkeit und Schwimmer

Das Regelwerk schreibt Mindestabstände zur Küste vor, solange Sie in Fahrt sind:

  • Yachten unter 15 m: mindestens 50 m zum Ufer und 50 m zur Absperrung eines angelegten Badestrands
  • 15 bis 30 m: mindestens 150 m zum Ufer und 100 m zur Strandabsperrung
  • ab 30 m: mindestens 300 m zu beidem

Näher heran dürfen Sie zum Ein- und Auslaufen, Ankern oder Anlegen, aber nur so langsam, dass Sie jederzeit abdrehen und stoppen können. Innerhalb von 300 m zur Küste, in engen Kanälen und in den Zufahrten zu Häfen und Ankerplätzen gelten 8 Knoten, und Motorboote dürfen erst jenseits von 300 m gleiten. Halten Sie mindestens 50 m Abstand zu einer Taucherflagge. Hafenkapitäne können zusätzliche Tempolimits festlegen; sie stehen in den Seekarten und auf der Website des Ministeriums.

Alkohol, Sicherheitsausrüstung, Notfälle

Das kroatische Seegesetzbuch erlaubt Skipper und Crew im Dienst höchstens 0,5 g/kg Alkohol im Blut (0,5 Promille). Kontrolleure dürfen testen, und wer den Test verweigert, begeht bereits eine Ordnungswidrigkeit.

Die Sicherheitsausrüstung ist Sache der Charterfirma: Charteryachten unter fremder Flagge müssen dieselben technischen und Ausrüstungsstandards erfüllen wie kroatische, und bei der Übergabe wird geprüft, ob alles funktioniert. Zählen Sie vor der Unterschrift die Rettungswesten und suchen Sie Signalmittel und Feuerlöscher.

Im Notfall wählen Sie 112 (kostenlos, die Zentrale spricht auch Deutsch und Englisch und alarmiert die Seenotrettung) oder 195, die kostenlose 24-Stunden-Nummer der Seenotleitstelle MRCC Rijeka. Hafenkapitänsämter und die Küstenfunkstellen Rijeka, Split und Dubrovnik hören die internationalen Notkanäle ab. Das Wetter holen Sie sich jeden Morgen beim DHMZ-Seewetterbericht für Kleinfahrzeuge.

Neue Regeln

Kroatien hat ein neues Regelwerk zur Sicherheit der Seefahrt erlassen und es inzwischen geändert. Was Charter-Crews merken:

  • Landleinen: Der zulässige Abstand zum Ufer stieg von 50 auf 70 m; die Ankerkette wird dabei vom Bug oder Heck bis zu der Stelle gemessen, an der sie ins Wasser geht.
  • Krka: Von der Mündung bis Skradin gelten 8 Knoten, Ankern ist im Kanal Sv. Josip und im Kanal von Skradin zwischen Kap Oštrica (Prokljan) und dem Hafen Skradin verboten, und kleinere Boote halten sich ans rechte Ufer.
  • Šibenik: Segeln im Kanal Sv. Ante (Zufahrt nach Šibenik) ist verboten, also unter Motor durch. Boote unter 20 m dürfen ohne Genehmigung auf der rechten Seite passieren; Ankern im Kanal ist verboten.

Häufige Fragen

Muss ich für eine Charteryacht in Kroatien eine Vignette kaufen?

Nein. Die Gebühr für die Sicherheit der Seefahrt zahlt pro Yacht der Eigner oder, bei Charteryachten unter fremder Flagge, die Charterfirma.

Wie viel kostet das Kornaten-Ticket?

Das hängt von Bootslänge, Saison und Anzahl der Tage ab. Kaufen Sie es vor der Einfahrt in den Park, dann ist es günstiger als beim Ranger-Boot, und prüfen Sie die aktuelle Preisliste auf der Website des Parks.

Kommt die Kurtaxe beim Yachtcharter in Kroatien extra?

Die Kurtaxe wird pro Person und Nacht berechnet und auf der Rechnung gesondert ausgewiesen; Kinder unter 12 Jahren zahlen nichts.

Darf ich in Kroatien überall ankern?

Nein. Meiden Sie gekennzeichnete Ankerverbotszonen, halten Sie 50 m Abstand zu Strandabsperrungen und 150 m zu Naturstränden, und nutzen Sie in Parks nur die erlaubten Buchten oder Bojen.

Welche Notrufnummer gilt auf See?

112 und 195 funktionieren beide; 195 geht direkt an die Seenotleitstelle in Rijeka.

Sie planen die Route? Starten Sie mit unserem Überblick über die Segelreviere in Kroatien, vergleichen Sie Winde und Saison in Griechenland oder Kroatien und packen Sie mit unserer Packliste für den Yachtcharter.

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