Ship O´Hoi
Segeln La Maddalena: 7-Tage-Törn ab Portisco
ReisezieleSeptember 26, 2026

Segeln La Maddalena: 7-Tage-Törn ab Portisco

Im Nordosten Sardiniens liegen drei Reviere so dicht beieinander, dass sie in eine Woche passen: die Granitbuchten der Costa Smeralda, das Meeresschutzgebiet Tavolara südlich von Olbia und der La-Maddalena-Archipel, ein Nationalpark mit mehr als 60 Inseln und Inselchen. Die Schläge sind kurz, oft nur 10 bis 20 Seemeilen, und es bleibt Zeit zum Baden und für den Mittagsstopp vor Anker. Eine typische Woche beginnt in Portisco oder Olbia und führt als Rundtörn nach Norden durch den Park. Passt das Wetter, geht es auch hinüber nach Bonifacio auf Korsika und zurück.

Wo chartert man eine Yacht für La Maddalena?

Charteryachten für dieses Revier liegen in den Marinas von Portisco, Olbia, Golfo Aranci und Cannigione. Von diesen Stützpunkten liegt Cannigione im Golf von Arzachena dem Archipel am nächsten. Segelyachten und Katamarane auf der ganzen Insel finden Sie auf unserer Seite zum Katamaran-Charter auf Sardinien. Gebucht wird auf Ship O'Hoi, bareboat oder mit Skipper. Chartertörns laufen meist von Samstag bis Samstag. Wer bareboat segeln will, braucht einen Führerschein, den der Vercharterer akzeptiert. Mehr dazu in unseren Ratgebern zum Bootsführerschein in Italien und zum ICC. Hat niemand an Bord einen passenden Schein, nehmen Sie einen Skipper dazu oder buchen eine Yacht mit Crew.

7-Tage-Törn ab Portisco

Der Rundtörn beginnt in Portisco im Golf von Cugnana, zwischen Porto Rotondo und Porto Cervo. Alle Distanzen sind grobe Schätzungen aus der Karte. Planen Sie jeden Schlag mit aktuellen Seekarten, Hafenhandbuch und dem Wetterbericht vom Morgen.

Tag 1–2: Portisco – Tavolara – Porto Rotondo

Ca. 15 sm von Portisco nach Süden bis Tavolara, dann ca. 14 sm zurück nach Norden bis Porto Rotondo. Nach dem Check-in am Samstag bleiben die meisten Crews die erste Nacht in der Basismarina. Am Sonntag geht es an Capo Figari und Golfo Aranci vorbei nach Tavolara, Teil des Meeresschutzgebiets Tavolara–Punta Coda Cavallo. Bei Spalmatore gibt es ausgewiesene Ankerbereiche auf Sand und Muringbojen. Die Bojen betreibt ein Konzessionär, also vorher nachfragen. Übernachtung in der Marina di Porto Rotondo, einem geschützten Einschnitt mit rund 650 Liegeplätzen. Tipp: In den Zonen B und C darf nur auf Sand oder Kies und in den markierten Bereichen geankert werden.

Tag 3: Porto Rotondo – Cala di Volpe – Porto Cervo

Ca. 6 sm bis zur Cala di Volpe, dann ca. 6 sm weiter nach Porto Cervo. Die Cala di Volpe ist eine Bucht bei Arzachena mit flachem, klarem Wasser und Granitfelsen. Die Strände von Romazzino und Pevero liegen gleich nebenan. Nach dem Mittagsstopp vor Anker geht es weiter in die Marina di Porto Cervo mit rund 700 Liegeplätzen in Marina Nuova und Porto Vecchio. Liegeplätze lassen sich online buchen, im Sommer möglichst früh. Tipp: Die Marina hört auf UKW-Kanal 9.

Tag 4: Porto Cervo – Caprera – La Maddalena

Ca. 10–15 sm, je nach Stopp. Runden Sie Capo Ferro und fahren Sie in den Nationalpark La-Maddalena-Archipel ein. Das Parkticket muss vorher gekauft sein (siehe Regeln unten). Auf Caprera lebte Garibaldi, sein Haus ist heute ein Museum. Die Insel ist über eine 600 m lange Straßenbrücke mit La Maddalena verbunden, planen Sie die Route also südlich um die Inseln herum. Ankern Sie tagsüber in einer Mb-Zone auf Sand und übernachten Sie in Cala Gavetta, dem städtischen Hafen von La Maddalena. Er hat rund 140 Liegeplätze und 20 Bojen vor der Außenmole. Tipp: Anmeldung auf UKW-Kanal 74, und Vorsicht vor den Fähren vor der Hafeneinfahrt.

Tag 5: Santa Maria, Budelli und hinüber nach Bonifacio

Ca. 7 sm bis Santa Maria, ca. 6 sm zu den Lavezzi-Inseln und ca. 6 sm weiter nach Bonifacio. Die Cala Santa Maria ist der größte Strand des Archipels: rund 200 m feiner weißer Sand und flaches Wasser. Die Spiaggia Rosa auf Budelli ist gesperrt, vorbei geht es nur mit höchstens 3 Knoten. Nach dem Mittag queren Sie die Straße von Bonifacio zu den Lavezzi, einem französischen Naturschutzgebiet, und weiter in den Hafen von Bonifacio unter den Klippen. Tipp: Den Liegeplatz in Bonifacio unbedingt vorab reservieren. Telefonisch nimmt der Hafen keine Buchungen an, und vom 1. bis 25. August ist der Aufenthalt für Boote unter 18 m auf eine Nacht begrenzt. Ohne Korsika-Abstecher bleiben Sie eine zweite Nacht in Cala Gavetta oder gehen in den Hafen von Palau.

Tag 6: Bonifacio – Spargi – Cannigione

Ca. 13 sm zurück nach Spargi, dann ca. 9–10 sm nach Cannigione. Spargi ist unbewohnt, zu seinen Stränden gehören die Cala Corsara, die Cala Granara und die Cala Conneri (Cala dell'Amore). Nach dem Badetag vor Anker geht es für die Nacht nach Cannigione. Der Hafen liegt im Golf von Arzachena, der größten und tiefsten Ria im Nordosten Sardiniens. Zusammen mit den übrigen Anlegern im Golf gibt es dort rund 1.000 Liegeplätze, vergeben über kommunale Konzessionen. Tipp: Ist Cannigione Ihr Stützpunkt, endet der Törn hier.

Tag 7: Cannigione – Portisco

Ca. 20 sm. Runden Sie Capo Ferro und segeln Sie mit einem letzten Badestopp die Costa Smeralda hinunter. Meist muss die Yacht am Freitagabend zurück in der Basis sein, der Check-out folgt am Samstagmorgen. Tipp: Das Marinabüro in Portisco hört auf UKW-Kanal 69, die Tankstelle auf Kanal 71.

EtappeDistanzÜbernachtungHighlight
Portisco – Tavolara – Porto Rotondoca. 15 + 14 smMarina di Porto RotondoTavolara, Spalmatore
Porto Rotondo – Cala di Volpe – Porto Cervoca. 6 + 6 smMarina di Porto CervoBuchten der Costa Smeralda
Porto Cervo – Caprera – La Maddalenaca. 10–15 smCala Gavetta (La Maddalena)Caprera, Garibaldis Haus
La Maddalena – Santa Maria – Lavezzi – Bonifacioca. 7 + 6 + 6 smMarina Bonifacio (Reservierung nötig)Cala Santa Maria, Lavezzi
Bonifacio – Spargi – Cannigioneca. 13 + 10 smCannigioneCala Corsara
Cannigione – Portiscoca. 20 smPortisco (Basis)Capo Ferro, letzter Badestopp

Regeln und Sicherheit rund um La Maddalena und die Costa Smeralda

Nationalpark La Maddalena. Wer innerhalb von 300 m vor der Küste fahren, stoppen, ankern oder festmachen will, braucht eine Genehmigung, das sogenannte Ticket. Sie bekommen es online beim Park oder im Parkbüro in La Maddalena. Die Gebühr richtet sich nach der Bootslänge, Segelboote erhalten eine Ermäßigung. Gebührenpflichtig ist die Zeit vom 1. Mai bis 31. Oktober, Details stehen auf der Website des Parks. Kaufen Sie das Ticket vor der Einfahrt: Wer ohne erwischt wird, zahlt 40 % Aufschlag und riskiert ein Bußgeld. Fragen Sie beim Check-in, ob Ihre Basis das Ticket schon besorgt hat.

  • In den Ma-Zonen (Vollschutz) sind Fahren, Stoppen, Ankern und Festmachen verboten. Befahren werden dürfen nur die Mb-Zonen.
  • Tempolimit: 7 Knoten innerhalb von 300 m vor der Küste, 15 Knoten weiter draußen.
  • Vom 1. Juni bis 30. Oktober darf in den Mb-Zonen nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geankert oder an einer Boje festgemacht werden, spätestens bis 22 Uhr. Ankern nur auf Sand, nie auf Posidonia-Seegras. Über Nacht in einer Bucht bleiben dürfen Sie nur an einer Muringboje und nur mit Fäkalientank.
  • Geschützte Tauchplätze (PIP) wie der an der Punta Coticcio sind für Boote gesperrt.
  • Die Spiaggia Rosa auf Budelli ist gesperrt. Davor darf man weder stoppen noch ankern noch baden, vorbeifahren nur mit höchstens 3 Knoten.
  • Die Cala Coticcio auf Caprera, oft Sardiniens „Tahiti“ genannt, ist an Land nicht frei zugänglich. Besuche gehen nur mit einem autorisierten Guide und gegen einen Parkbeitrag.

Meeresschutzgebiet Tavolara–Punta Coda Cavallo. Zone A ist für Boote tabu, außerdem gibt es ein militärisches Sperrgebiet. In den Zonen B und C gilt für Motorboote ein Limit von 5 Knoten innerhalb von 300 m vor der Küste und von 10 Knoten zwischen 300 und 600 m. Geankert werden darf dort nur auf Sand oder Kies und in den ausgewiesenen Bereichen. Jetskis, geschleppte Wassersportgeräte und Speerfischen sind im ganzen Gebiet verboten. Die Karte finden Sie auf der Zonierungsseite des Schutzgebiets.

Strände. In der Badesaison reservieren die Verordnungen der Guardia Costiera, etwa die von Olbia, einen Streifen vor den Stränden und 100 m vor steilen Felsküsten für Badende. Rote Bojen markieren die Grenze. Ans Ufer dürfen Boote nur durch markierte Zufahrtskorridore und mit höchstens 3 Knoten.

Straße von Bonifacio. In der Meerenge zwischen Sardinien und Korsika gibt es einen empfohlenen Zweiwegekurs mit einem Vorsichtsgebiet an jedem Ende sowie eine Meldepflicht für die Berufsschifffahrt. Sportboote ohne gewerblichen Verkehr sind von der Meldepflicht ausgenommen, kreuzen aber trotzdem eine viel befahrene Schifffahrtsroute. Also gut Ausguck halten. Die Lavezzi und die korsische Küste gehören zum Naturschutzgebiet Bouches de Bonifacio. Dort hat der Préfet maritime vier Sektoren für Befahren und Ankern gesperrt: den Norden von Lavezzu sowie die Inselchen Ratino, Porraggia und Perduto. An Land gehen dürfen Sie auf den Lavezzi nur an den markierten Stränden und Wegen. Zusammen mit dem italienischen Nationalpark bildet das Gebiet den französisch-italienischen Internationalen Meerespark der Bocche di Bonifacio. Die französischen Führerscheinregeln erklärt unser Ratgeber zum Bootsführerschein in Frankreich.

Maestrale. Der Maestrale (Mistral) weht aus Nordwest und kann an Maestrale-Tagen rund um Palau mehr als 30 Knoten erreichen. Ist er angesagt, planen Sie weder die Überfahrt nach Bonifacio noch eine Nacht in einer offenen Bucht.

Führerschein. In Italien dürfen Sie ohne Führerschein nur Boote mit höchstens 30 kW (40,8 PS) fahren, und das nur innerhalb von 6 sm vor der Küste. Weiter draußen oder mit stärkerem Motor brauchen Sie einen Führerschein. Charteryachten führt normalerweise jemand mit einem Schein, den der Vercharterer akzeptiert, oder Sie nehmen einen Skipper dazu. Details in unserem Ratgeber zum Bootsführerschein in Italien.

Beste Reisezeit zum Segeln rund um La Maddalena

Die Hauptsaison dauert von Mai bis Oktober. Das Parkticket ist vom 1. Mai bis 31. Oktober gebührenpflichtig, die Badesaison auf Sardinien läuft ungefähr von der dritten Maiwoche bis zur dritten Septemberwoche. Am vollsten ist es im August: Vom 1. bis 25. August begrenzt Bonifacio den Aufenthalt für Boote unter 18 m auf eine Nacht. Der Maestrale weht in allen Jahreszeiten, planen Sie also flexibel.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Genehmigung zum Segeln im La-Maddalena-Archipel?

Ja. Wer im Nationalpark innerhalb von 300 m vor der Küste fahren, ankern oder festmachen will, braucht das Parkticket. Es wird online oder in La Maddalena gekauft, und zwar vor der Einfahrt. In der Saison ist es gebührenpflichtig, Segelboote zahlen weniger.

Darf ich im Park über Nacht ankern?

Nur an einer Muringboje und nur mit Fäkalientank. Sonst darf von Juni bis Oktober nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geankert werden, spätestens bis 22 Uhr.

Kann ich die Spiaggia Rosa auf Budelli mit dem Boot besuchen?

Anschauen ja, aber nur im Vorbeifahren mit höchstens 3 Knoten. Stoppen, Ankern, Baden und Anlanden sind vor der Spiaggia Rosa verboten.

Ist ein Abstecher nach Korsika in einer Charterwoche machbar?

Ja, Bonifacio liegt rund 12–13 sm von den nördlichen Inseln des Archipels entfernt. Klären Sie, ob Ihr Chartervertrag französische Gewässer erlaubt, reservieren Sie den Liegeplatz vorab und meiden Sie Maestrale-Tage.

Welcher Stützpunkt liegt am nächsten an La Maddalena?

Von den hier genannten Basen liegt Cannigione im Golf von Arzachena am nächsten. Ab Portisco oder Olbia wird der erste Tag länger, dafür sind die Costa Smeralda und Tavolara mit dabei.

Sie planen weitere Törns in Italien? Lesen Sie unsere Revierführer zum Segeln in Südsardinien ab Carloforte und zum Segeln rund um Elba und den Toskanischen Archipel.

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