Ship O´Hoi
Segeln Kykladen: Törn ab Lavrion mit Meltemi-Plan
ReisezieleSeptember 26, 2026

Segeln Kykladen: Törn ab Lavrion mit Meltemi-Plan

Die Kykladen sind das klassische Inselhüpfen unter Segeln: karge Inseln mit weißen Dörfern, jeweils einen Segeltag voneinander entfernt, klares tiefes Wasser und im Sommer der Meltemi, ein kräftiger Nordwind, der schnelle Raumschotskurse schenkt und manchmal harte Kreuzschläge fordert. Ein Wochentörn ab Lavrion führt meist über Kea nach Syros, Tinos und Mykonos und über Kythnos und Kap Sounion zurück, rund 130 Seemeilen. Die Reihenfolge bestimmt der Wind, nicht die Karte.

Wo chartert man eine Yacht für die Kykladen?

Der festlandsnächste Stützpunkt ist Lavrion, etwa 30 Minuten vom Flughafen Athen. Mitten in den Inseln können Sie auch auf Syros oder Mykonos starten; alle Basen finden Sie auf unserer Seite Yachtcharter Griechenland. Charterwochen laufen meist von Samstag bis Samstag. Für Bareboat braucht der Skipper einen Schein, den die Charterfirma akzeptiert (siehe Bootsführerschein in Griechenland und ICC); sonst buchen Sie einen Skipper oder eine Crewed-Yacht.

7 Tage Törn ab Lavrion

Der Törnvorschlag geht zuerst nach Osten, solange die Crew frisch ist, und kommt dann mit dem Meltemi von der Seite oder von achtern zurück nach Westen. Die einzige Etappe, die Sie regelmäßig gegen den Wind segeln, ist die letzte nach Lavrion: Legen Sie sie auf den Morgen und halten Sie einen Reservetag frei. Alle Distanzen sind ca.-Werte aus der Seekarte geschätzt; planen Sie mit aktuellen Karten und einem Hafenhandbuch.

Tag 1: Lavrion nach Kea (Vourkari)

Ca. 12 sm, ein entspannter Start am Samstagnachmittag aus der Olympic Marine in Lavrion (UKW-Kanal 9), die direkt gegenüber von Kea liegt, der Athen am nächsten gelegenen Kykladeninsel. Der Haupthafen Korissia liegt in der Bucht von Agios Nikolaos; der übliche Liegeplatz für Yachten ist Vourkari an der Nordostseite derselben Bucht, ein kleines Fischerdorf mit Tavernen. Tipp: Die Fähren aus Lavrio laufen Korissia an, halten Sie die Einfahrt frei, wenn ein Schiff manövriert.

Tag 2: Kea nach Syros (Ermoupoli)

Ca. 33 sm, die längste Etappe, bei Nordwind meist ein Halbwindkurs. Ermoupoli, die Marmorstadt aus dem 19. Jahrhundert und einst wichtigster Handelshafen Griechenlands, ist einer der größten Häfen des Landes; im Stadthafen liegen Sie bei jedem Wetter geschützt (UKW-Kanal 12). Tipp: Mit wenig erfahrener Crew teilen Sie die Strecke über Kythnos (Kea bis Loutra ca. 14 sm, Loutra bis Ermoupoli ca. 24 sm).

Tag 3: Syros nach Tinos

Ca. 12 sm Richtung Nordost, also oft am Wind. Früh ablegen, bevor der Wind am Nachmittag zulegt. Im Stadthafen von Tinos ist der östliche Teil des alten Hafens bei jedem Wetter sicher, Mindesttiefe etwa 2 m; die Fähren legen im separaten neuen Hafen an (UKW-Kanal 12). Tipp: Gehen Sie die marmorgepflasterte Allee zur großen Marienwallfahrtskirche hinauf.

Tag 4: Tinos nach Mykonos

Ca. 10 sm, im Meltemi vor dem Wind. Klären Sie die Hafenlage vorher: Der Alte Hafen an der Chora nimmt überhaupt keine Segelyachten auf; Yachten unter 25 m gehen in die Marina Tourlos nördlich der Chora, die als recht voll beschrieben wird. Liegeplätze in Tourlos werden vorab online gebucht, die Gebühr wird nicht erstattet, Ankunft nur zwischen 12 Uhr und Sonnenuntergang, und der Skipper darf die Insel während der Liegezeit nicht verlassen. Tipp: Ohne Platz bleibt die gut geschützte Bucht von Ornos oder Agia Anna, die vor den Etesien geschützt ist, oder Sie machen nur einen Mittagsstopp.

Tag 5: Mykonos nach Syros (Finikas)

Ca. 23 sm nach Westen, um die Südspitze von Syros, im Meltemi meist raumschots oder halber Wind. Finikas an der Südwestküste hat eine kleine Marina mit etwa 25 Plätzen und bietet relativen Schutz vor dem Meltemi. Tipp: Das Dorf hat einen großen Strand, Cafés und Tavernen.

Tag 6: Syros nach Kythnos (Loutra oder Kolona)

Ca. 22 sm nach Loutra, etwa 26 sm nach Kolona. Die kleine Marina von Loutra an der Nordostseite ist vor den Etesien geschützt und bietet etwas Infrastruktur; der Ort ist für seine heißen Quellen bekannt, daher hieß Kythnos früher Thermia. In Kolona trennt ein schmaler Sandstreifen zwei Strände, und die Bucht ist eine sehr gute Ankerbucht, geschützt vor Etesien und Südwind. Tipp: Merichas, der Haupthafen an der Westseite, hat Diesel und Wasser und liegt ebenfalls im Schutz vor den Etesien.

Tag 7: Kythnos über Kap Sounion nach Lavrion

Ca. 24 bis 27 sm nach Nordwest, die Etappe gegen den Wind. Nachts und morgens ist der Wind meist am schwächsten, also im ersten Licht los. Sie passieren Kap Sounion mit dem Marmortempel des Poseidon, erbaut um 444 bis 440 v. Chr.; der antike Hafen lag in der Sandbucht nördlich des Kaps. Tipp: Bläst es kräftig, ist Kea (Kythnos bis Korissia ca. 14 sm) ein sicherer Zwischenstopp, danach bleiben nur ca. 12 sm bis Lavrion.

Alternativen: Serifos und Sifnos

Wer lieber nach Süden als nach Mykonos segelt, fährt von Kythnos weiter nach Serifos (Merichas bis Livadi ca. 16 sm), dessen Hafen Livadi außer bei Südwind sicher ist, und weiter nach Sifnos (Livadi bis Kamares ca. 12 sm), wo Vathy als sicherster Hafen der Insel gilt. Bedenken Sie: Jede Meile nach Süden müssen Sie gegen den Meltemi wieder nach Norden zurück.

EtappeDistanzÜbernachtungHighlight
Lavrion – Keaca. 12 smVourkari (Bucht von Korissia)ruhige erste Nacht nahe der Basis
Kea – Syrosca. 33 smStadthafen ErmoupoliMarmorstadt des 19. Jahrhunderts
Syros – Tinosca. 12 smalter Hafen Tinos-StadtMarienwallfahrtskirche
Tinos – Mykonosca. 10 smMarina Tourlos (online buchen) oder Bucht von OrnosChora und Little Venice
Mykonos – Syrosca. 23 smMarina Finikasruhiges Stranddorf
Syros – Kythnosca. 22–26 smMarina Loutra oder Ankerbucht Kolonaheiße Quellen, Sandstreifen
Kythnos – Lavrionca. 24–27 smBasisPoseidontempel am Kap Sounion

Regeln und Sicherheit auf den Kykladen

Der Meltemi

Der Meltemi (die Etesien) weht in der warmen Jahreszeit und ist von Mitte Juni bis Anfang September am stärksten. In der nördlichen Ägäis kommt er aus Nordost, in der zentralen Ägäis aus Nord, typischerweise mit 6 bis 7 Beaufort, in der zentralen Ägäis manchmal 8 bis 9, so der Wetterdienst des Nationalen Observatoriums Athen meteo.gr. Am stärksten weht er mittags und nachmittags, abends und nachts lässt er nach. An der Station von meteo.gr auf Tinos gibt es im Mittel etwa 17 Tage im Juli und 19 im August mit Böen ab 50 km/h.

Für Ihren Törn heißt das: Kreuzschläge früh am Tag segeln, nie eine lange Etappe gegen den Wind auf den letzten Tag legen und den Übernachtungsplatz nach dem Wetterbericht wählen. Schutz vor dem Meltemi bieten laut dem Tourismusportal der Region Südliche Ägäis: Koundouros, Pisses und Spathi auf Kea; Merichas, Loutra, Kolona, Fykiada und Apokrousi auf Kythnos; Finikas (bedingt) und Ermoupoli (bei jedem Wetter) auf Syros; Agia Anna auf Mykonos; Koutalas und Livadi auf Serifos; Cherronisos und Vathy auf Sifnos. Otzias auf Kea und Panormos auf Mykonos sind nach Norden offen.

Holen Sie täglich den Seewetterbericht des griechischen Wetterdienstes HNMS unter emy.gr/marine ein. Relevant sind die Seegebiete Zentrale Ägäis, Kafireas-Straße (zwischen Euböa und Andros, nördlich der Route) und Saronischer Golf. HNMS weist darauf hin, dass Böen bis zu 40 Prozent stärker sein können als der angegebene Wind.

Hafenregeln und Fähren

  • Die Inselhäfen sind Fährhäfen: Fähren verbinden Kythnos und Kea mit Lavrio und Tinos mit Piräus, Rafina, Syros und Mykonos. In Tourlos auf Mykonos können Yachtbewegungen eingeschränkt werden, während Fähren manövrieren. Nie eine Hafeneinfahrt blockieren und den Hafen auf UKW-Kanal 12 rufen, wo er angegeben ist.
  • Mykonos: Yachten unter 25 m liegen nur mit Online-Reservierung in Tourlos; Segelyachten sind im Alten Hafen nicht erlaubt. Aktuelle Regeln auf der Seite des Hafenfonds Mykonos.
  • Badezonen: Nach der Allgemeinen Hafenverordnung Nr. 20 der griechischen Küstenwache halten Sie mindestens 200 m Abstand zu Badenden und fahren innerhalb von 200 m vor der Küste höchstens 5 Knoten.
  • Posidonia: Die Seegraswiesen rund um Kea zählen zu den wichtigsten Ökosystemen des Mittelmeers und werden von der Gemeinde Kea kartiert und geschützt. Ankern Sie auf Sand, nicht im Seegras.

Führerschein

Ohne Schein dürfen Sie in Griechenland nur kleine Motorboote fahren (Außenborder bis 30 PS auf konventionellem Rumpf, nur 15 PS auf Schlauchboot, V-Rumpf oder Mehrrumpfboot). Für Bareboat-Charter braucht der Skipper einen anerkannten Schein (am sichersten ist der ICC), den die Charterfirma prüft. Mit gebuchtem Skipper braucht an Bord niemand einen. Mehr dazu: Bootsführerschein in Griechenland.

Beste Zeit zum Segeln auf den Kykladen

Die Chartersaison läuft etwa von April oder Mai bis Oktober. Für die meisten Crews sind Mai, Juni, September und Oktober die besten Monate: warm, mit gutem Segelwind und meist weniger Tagen mit starkem Meltemi. Juli und August sind die Meltemi-Monate mit den meisten Starkwindtagen; sie passen zu erfahrenen Crews, die konsequent nach dem Wetterbericht planen. Im Juni sind die Tage lang und der Meltemi noch nicht auf dem Höhepunkt; im Oktober werden die Tage kürzer, planen Sie also kürzere Schläge. Wie sich die Ägäis mit der Adria vergleicht, lesen Sie in Griechenland oder Kroatien: Meltemi und beste Reisezeit.

Häufige Fragen

Eignen sich die Kykladen für den ersten Bareboat-Törn?

Im Mai, Juni, September oder Oktober durchaus, wenn die Crew schon bei 5 bis 6 Beaufort gesegelt ist. Im Juli und August weht der Meltemi oft mit 6 bis 7, dann ist ein gebuchter Skipper die bessere Wahl.

Kann ich mit der Segelyacht in Mykonos-Stadt anlegen?

Nicht im Alten Hafen an der Chora, der nur Motoryachten über 25 m aufnimmt. Segelyachten gehen in die Marina Tourlos, die vorab online gebucht werden muss, oder ankern in einer geschützten Bucht wie Ornos.

Warum ab Lavrion zuerst nach Osten?

Weil die Inseln südöstlich der Basis liegen und der Meltemi aus Nord weht. Auf dem Hinweg segeln Sie meist mit halbem Wind; nur die letzte Etappe nach Lavrion geht regelmäßig gegen den Wind, deshalb sollte sie kurz sein und morgens gesegelt werden.

Was tun, wenn der Meltemi zu stark zum Auslaufen ist?

Im Hafen bleiben. Ermoupoli und der östliche Teil des Hafens von Tinos sind bei jedem Wetter sicher, Loutra und Merichas auf Kythnos liegen geschützt vor den Etesien. Planen Sie einen Reservetag ein, damit Sie vor der Rückfahrt nach Lavrion abwarten können.

Wie weit ist es von Lavrion nach Kea?

Etwa 12 Seemeilen bis Korissia oder Vourkari, deshalb ist Kea der klassische erste Abend nach dem Check-in am Samstag.

Weitere Törnführer

Tiefer in die Inselwelt geht es in unserem Führer Segeln Paros, Naxos und zentrale Kykladen; eine ruhigere Woche ab Athen beschreibt Segeln im Saronischen Golf.

Boote mieten

Finde das passende Boot zum Mieten bei Ship O'Hoi

Entdecke unsere Auswahl an Mietbooten und finde das richtige Boot für deinen nächsten Tag auf dem Wasser.

Boote zur Miete ansehen

Empfohlene Lektüre

Segeln an der Amalfiküste und Capri: Törn ab Salerno

Segeln an der Amalfiküste und Capri: Törn ab Salerno

Eine Woche segeln an der Amalfiküste und um Capri ab Salerno: Etappen und Distanzen, Liegeplätze, Regeln im Schutzgebiet Punta Campanella und die Blaue Grotte.

Lesen
Segeln Korfu und Paxos: Törnvorschlag für 7 Tage

Segeln Korfu und Paxos: Törnvorschlag für 7 Tage

Ein Segeltörn ab der Marina Gouvia: Kassiopi an der Meerenge zu Albanien, Korfu-Stadt von See, Petriti, Paxos, Antipaxos, Parga und Sivota – mit Seemeilen, Regeln und Wind.

Lesen
Segeln im Dodekanes: 7-Tage-Törn ab Kos

Segeln im Dodekanes: 7-Tage-Törn ab Kos

Ein realistischer Wochentörn ab Kos über Kalymnos, Leros, Patmos, Lipsi und Nisyros, mit Etappen, Häfen, Meltemi-Tipps und den wichtigsten Regeln.

Lesen
Segeln in Griechenland: 11 Reviere und der beste Einstieg

Segeln in Griechenland: 11 Reviere und der beste Einstieg

Die 11 Segelreviere Griechenlands im Vergleich, vom sanften Ionischen Meer bis zu den Meltemi-Kykladen: Basen, Wind, für wen sie passen, Regeln und Reisezeit.

Lesen