Segeln Korfu und Paxos: Törnvorschlag für 7 Tage
Korfu und Paxos sind das entspannteste Einstiegsrevier Griechenlands: kurze Schläge, grüne Küsten und ein schmaler Kanal zwischen Insel und Festland, der die See klein hält. Ein typischer Törn startet in der Marina Gouvia, führt nach Norden bis Kassiopi, wo Albanien nur wenige Meilen entfernt liegt, vorbei an der Alten Festung von Korfu-Stadt, dann nach Süden zu Paxos und Antipaxos und über Parga und Sivota an der Küste von Epirus zurück. Die meisten Etappen sind 10 bis 20 Seemeilen lang.
Wo chartert man eine Yacht für Korfu und Paxos?
Die Marina Gouvia, wenige Kilometer nördlich von Korfu-Stadt, ist die Charterbasis der Insel. Segelyachten und Katamarane vergleichst du auf unserer Seite Korfu, weiter südlich ab Preveza oder für ganz Griechenland – und buchst auf Ship O'Hoi, als Bareboat oder mit Skipper. Charterwochen laufen meist von Samstag bis Samstag. Wer bareboat segelt, braucht einen Schein, den der Vercharterer anerkennt: Mehr dazu in unseren Ratgebern zum Bootsführerschein in Griechenland und zum ICC. Hat niemand an Bord einen, bucht ihr einen Skipper oder eine Yacht mit Crew.
Törnvorschlag: 7 Tage ab Gouvia
Die griechische Tourismusorganisation beschreibt genau diese Route: Leinen los in Gouvia, dann nach Paxos und Antipaxos. Unser Vorschlag ergänzt die Nordostküste und das Festland. Die Distanzen sind grobe Schätzungen aus der Karte. Plane jeden Schlag mit aktuellen Seekarten, Hafenhandbuch und dem Wetterbericht vom Morgen.
Tag 1–2: Gouvia nach Kassiopi
Ca. 12 sm. Nach dem Check-in am Samstag bleiben die meisten Crews die erste Nacht in der Marina Gouvia: rund 1.200 Liegeplätze, Tankstelle, Zoll und Hafenbehörde direkt vor Ort. Beim Einlaufen ruft man die Marina auf UKW-Kanal 69. Am Sonntag geht es aus der Bucht von Gouvia nach Nordosten die Küste entlang in die immer engere Meerenge zwischen Korfu und Albanien. Kassiopi an der Nordostspitze ist ein kleiner Hafenort mit Blick hinüber zur albanischen Küste. Übernachtung im Hafen von Kassiopi, den die Hafenbehörde Korfu für kleine Fischerboote und Sportboote führt. Tipp: Der Hafen ist klein – früh am Nachmittag einlaufen und Gouvia als Plan B im Kopf behalten.
Tag 3: Kassiopi über Korfu-Stadt nach Petriti
Ca. 10 sm bis Korfu-Stadt, dann ca. 12 sm weiter nach Petriti. Durch den Kanal zurück nach Süden und dicht an der Alten Festung vorbei, dem venezianischen Bollwerk auf einem Felsen mit zwei Gipfeln am Ostende der Altstadt. Festung und Altstadt stehen gemeinsam auf der UNESCO-Welterbeliste, und von See aus sieht man, warum: Die Mauern steigen direkt aus dem Wasser. Weiter die Ostküste hinunter nach Petriti, einem Fischerdorf im Südosten der Insel. Übernachtung im kleinen Hafen, laut Hafenbehörde ein Fischerhafen, der auch kleine Sport- und Berufsboote aufnimmt. Tipp: Das ist der verkehrsreichste Abschnitt des Reviers. Halte großen Abstand zu den Fähren, die Korfu anlaufen und verlassen.
Tag 4: Petriti nach Lakka (Paxos)
Ca. 15 sm. Um die Südspitze Korfus herum und über das offene Wasser nach Paxos, etwa 7 Meilen südlich von Korfu. Die Ostküste von Paxos ist sanft, die Westküste besteht aus Steilwänden, Grotten und Felsbögen. Lakka liegt an der Nordspitze in einer geschützten Bucht – laut Tourismusorganisation der Ort für den Sonnenuntergang. Übernachtung im Hafen von Lakka (für kleine Fischer- und Sportboote). Tipp: Bei Nordwest ist die Überfahrt ein angenehmer Raumschotkurs – prüfe trotzdem den Wetterbericht, bevor du die Landabdeckung von Korfu verlässt.
Tag 5: Lakka über Loggos und Gaios nach Antipaxos
Ca. 5 sm die Ostküste hinunter nach Gaios mit Stopp in Loggos, dann ca. 3 sm nach Antipaxos. Loggos ist ein kleines Fischerdorf mit Hafen, bekannt für frischen Fisch. Gaios, der Hauptort von Paxos, liegt hinter den grünen Inselchen Agios Nikolaos und Panagia, die eine schmale Durchfahrt zum Hafen bilden. Weiter nach Antipaxos, 3 sm südöstlich von Gaios, zum Baden vor Voutoumi, einem weißen Sandstrand mit klarem, türkisfarbenem Wasser. Zur Nacht zurück nach Gaios: Der Hafen ist der Haupthafen der Insel und nimmt Sportboote auf. Tipp: Um Antipaxos wachsen Posidonia-Seegraswiesen, das Gebiet gehört zu Natura 2000. Anker nur auf Sand fallen lassen.
Tag 6: Gaios über Parga nach Sivota
Ca. 12 sm bis Parga, dann ca. 11 sm nach Sivota. Hinüber an die Küste von Epirus. Parga zieht sich amphitheaterartig um eine Bucht, davor das Inselchen Panagia, darüber eine venezianische Burg. Badestopp und Blick vom Wasser, dann weiter nach Norden nach Sivota. Der Ort blickt auf vier unbewohnte Inselchen – Agios Nikolaos, Mavro Oros, Megalo Mourtemeno und Mikro Mourtemeno – mit Stränden wie Bella Vraka und Pisina, die man am besten per Boot erreicht. Übernachtung im Hafen von Sivota, einem Sportboothafen für rund 140 Boote mit Wasser und Strom. Tipp: Den Liegeplatz in Sivota kannst du vorab online über Epirus Marinas buchen.
Tag 7: Sivota zurück nach Gouvia
Ca. 18 sm. Über den Kanal zurück nach Korfu und nach Norden bis Gouvia. Charteryachten müssen meist am Freitagabend zurück an der Basis sein, zum Tanken und für den Check-out am Samstagmorgen. Tipp: Vor dem Einlaufen die Marina auf UKW 69 rufen.
| Etappe | Distanz | Übernachtung | Highlight |
|---|---|---|---|
| Gouvia – Kassiopi | ca. 12 sm | Hafen Kassiopi | Nordostküste, Meerenge zu Albanien |
| Kassiopi – Korfu-Stadt – Petriti | ca. 10 + 12 sm | Hafen Petriti | Alte Festung von See |
| Petriti – Lakka | ca. 15 sm | Hafen Lakka (Paxos) | Geschützte Bucht, Sonnenuntergang |
| Lakka – Loggos – Gaios – Antipaxos – Gaios | ca. 5 + 3 + 3 sm | Hafen Gaios | Strand Voutoumi |
| Gaios – Parga – Sivota | ca. 12 + 11 sm | Sivota (online buchbar) | Burg von Parga, Inseln von Sivota |
| Sivota – Gouvia | ca. 18 sm | Marina Gouvia (Basis) | Letzter Badestopp |
Regeln und Sicherheit rund um Korfu und Paxos
Albanien. Bei Kassiopi liegt die albanische Küste nur wenige Meilen entfernt, und die Gemeinde Nordkorfu führt Kassiopi als Hafen mit Verbindung nach Albanien. Sarandë ist verlockend, aber Albanien gehört weder zur EU noch zum Schengen-Raum. Wer hinüber will, muss in Griechenland aus- und in Albanien einklarieren – in offiziellen Einreisehäfen, mit Pass- und Zollkontrolle auf beiden Seiten – und auf dem Rückweg dasselbe umgekehrt. Plane das nur, nachdem du beim Vercharterer geklärt hast, ob die Yacht griechische Gewässer verlassen darf und welche Formalitäten nötig sind. Ohne diese Zusage bleibst du auf der griechischen Seite der Meerenge.
Häfen. Kassiopi, Petriti, Lakka und Loggos sind kleine Häfen für Fischerboote und kleine Sportboote, wie die Hafenliste der Hafenbehörde Korfu zeigt. Liegeplätze für Yachten sind knapp – in der Hochsaison früh einlaufen.
Fähren und Schiffsverkehr. Der Hafen Korfu bedient Fähren nach Igoumenitsa, Paxos, Italien und Albanien, Kreuzfahrtschiffe und Wasserflugzeuge. Auch Lefkimmi im Süden und Gaios auf Paxos haben Fährverkehr. Der Kanal zwischen Korfu und dem Festland ist schmal: gut Ausguck halten und Fähren viel Raum geben.
Schutzgebiete. Antipaxos liegt in einem Natura-2000-Gebiet mit Posidonia-Wiesen, Mönchsrobben, Delfinen und Meeresschildkröten. Nur auf Sand ankern, nie im Seegras, und Müll mit in den Hafen nehmen.
Strände. Nach den griechischen Hafenvorschriften, die unser Führerschein-Ratgeber beschreibt: 200 m Abstand zu Badenden und innerhalb von 200 m vor der Küste höchstens 5 Knoten.
Führerschein. Ohne Schein darfst du in Griechenland nur kleine Motorboote fahren: Außenborder bis 30 PS auf einem Verdränger- oder Gleitrumpf, auf Schlauchboot, V-Rumpf oder Mehrrumpfboot nur 15 PS. Für eine Bareboat-Charter braucht der Skipper einen anerkannten Schein – am sichersten ist der ICC –, und der Vercharterer prüft ihn. Mit gebuchtem Skipper braucht an Bord niemand einen Schein. Details im Ratgeber Bootsführerschein Griechenland.
Wind. Der typische Sommerwind im Ionischen Meer ist der Maistro aus Nordwest. Auf dieser Route bringt er dich oft raumschots nach Süden Richtung Paxos, zurück nach Norden wird gekreuzt – plane die Rückwege mit Zeitreserve.
Beste Zeit zum Segeln um Korfu und Paxos
Die Saison läuft etwa von Mai bis Oktober. Frühsommer und September sind in der Regel ruhiger. Juli und August sind Hochsaison, dann füllen sich die kleinen Häfen von Paxos früh am Tag. Wer im Oktober segelt, muss mit wechselhafterem Wetter rechnen, doch die kurzen Schläge und der geschützte Kanal machen eine Woche hier auch in der Nebensaison gut machbar. Vor jedem Schlag den offiziellen Wetterbericht prüfen.
Häufige Fragen
Ist Korfu ein gutes Revier für den ersten Segeltörn?
Ja. Der Kanal zwischen Korfu und dem Festland ist geschützt, die Schläge sind kurz, und alle paar Meilen gibt es einen Hafen oder eine Bucht. Mit wenig Erfahrung lohnt sich ein Skipper für die ersten Tage.
Kann ich mit der Charteryacht von Korfu nach Albanien segeln?
Nur mit Erlaubnis des Vercharterers und nach dem Aus- und Einklarieren in offiziellen Einreisehäfen beider Länder. Das kostet Zeit und Papierkram – vorher beim Vercharterer nachfragen.
Wie weit ist Paxos von Korfu entfernt?
Paxos liegt etwa 7 Meilen südlich von Korfu, von Gouvia aus ist es aber ein langer Tag. Deshalb teilt dieser Törnvorschlag die Strecke mit einer Nacht in Petriti.
Wo übernachtet man auf Paxos?
Meist in Lakka im Norden und in Gaios im Südosten, dazwischen liegt Loggos. Alle drei Häfen sind klein – im Juli und August früh einlaufen.
Brauche ich für eine Yacht in Korfu einen Bootsführerschein?
Für Bareboat ja: Der Skipper braucht einen vom Vercharterer anerkannten Schein, meist den ICC. Mit gebuchtem Skipper nicht.
Weitere Törns im Ionischen Meer
Weiter nach Süden? Lies unseren Törnvorschlag Segeln im Ionischen Meer ab Lefkas oder segle weiter nach Kefalonia, Ithaka und Zakynthos.



