Segeln Liparische Inseln: Törn in 7 Tagen ab Sizilien
Die Liparischen Inseln sind sieben Vulkane, die nördlich von Sizilien aus dem Tyrrhenischen Meer ragen, und eine Woche unter Segeln zeigt sie in allen Facetten: dampfende Fumarolen auf Vulcano, das lebhafte Hafenstädtchen Lipari, das grüne Salina, das mondäne Panarea und nachts Stromboli, der glühende Lava in den Himmel wirft. Ein typischer Rundtörn ab der sizilianischen Küste umfasst rund 110 Seemeilen in kurzen Inselschlägen, mit je einer Überfahrt über offenes Wasser hin und zurück.
Wo chartert man eine Yacht für die Liparischen Inseln?
Die nächsten Charterbasen liegen an der Tyrrhenischen Küste Siziliens, direkt gegenüber den Inseln: Yachtcharter in Capo d'Orlando, die große Kanalmarina Portorosa in Furnari und Milazzo; alle Basen finden Sie auf der Seite Sizilien. Charterwochen laufen meist von Samstag bis Samstag. Für einen Bareboat-Törn braucht der Skipper einen Schein, den das Charterunternehmen akzeptiert (siehe Bootsführerschein in Italien und ICC); sonst buchen Sie einen Skipper oder eine Yacht mit Crew. Charteryachten dieser Basen können Sie auf Ship O'Hoi buchen, bareboat oder mit Skipper.
Ein 7-Tage-Törn ab Capo d'Orlando oder Portorosa
Die Yacht übernehmen Sie in der Regel am Samstagnachmittag und schlafen die erste Nacht an Bord in der Marina. Alle Entfernungen sind ca.-Werte aus der Karte; planen Sie mit aktuellen Seekarten und einem Hafenhandbuch.
Tag 1: Capo d'Orlando oder Portorosa – Vulcano (ca. 20 sm)
Laut Capo d'Orlando Marina liegen die Inseln rund 14 Seemeilen entfernt; bis Porto di Levante auf Vulcano sind es ab Capo d'Orlando oder Portorosa ca. 20 sm (ab Milazzo ca. 18 sm). Für diese erste Überfahrt früh ablegen. Übernachtung vor Anker in Porto di Levante oder, bei passendem Wind, in der Baia del Gelso an der Südseite. Den Schwefel riechen Sie in Levante, bevor Sie ihn sehen: Fumarolen, Schlammbad und ein vom Vulkangas gewärmtes Meer.
Tipp: Die Protezione Civile warnt, dass sich Kohlendioxid aus den Austrittsstellen bei Windstille in Bodennähe sammelt. Halten Sie Kinder von dampfenden Stellen fern; der Aufstieg zum Gran Cratere ist per Verordnung des Bürgermeisters von Lipari geregelt.
Tag 2: Vulcano – Lipari (ca. 3–4 sm)
Ein kurzer Schlag über den Kanal zur größten Insel mit dem Hauptort des Archipels. Ankern Sie vor Marina Corta zum Baden und für einen Spaziergang hinauf zum Kastell mit dem Archäologischen Museum, danach geht es an den Liegeplatz. Die Marina Pignataro liegt in einer natürlichen, durch eine Mole geschützten Bucht und nimmt Reservierungen über ihr Online-Formular an; im Hochsommer rechtzeitig buchen.
Tipp: Lipari ist die Drehscheibe für Fähren und Tragflügelboote. Halten Sie Abstand zu Hafeneinfahrten und Fährrouten und gehen Sie nie davon aus, dass eine Schnellfähre Sie gesehen hat.
Tag 3: Lipari – Salina über Pollara (ca. 14 sm)
An Liparis Küste entlang nach Nordwesten, dann um Salina herum nach Pollara, einem halb im Meer versunkenen Krater, dessen Bucht durch den Film Il Postino berühmt wurde – ein spektakulärer Badestopp. Weiter an Rinella vorbei, Salinas zweitem Fähranleger, zur Ostküste und über Nacht in die Marina di Salina, den Sportboothafen von Santa Marina Salina. Wer lieber ankert, findet in der Bucht von Lingua südlich von Santa Marina kleine Restaurants direkt am Wasser.
Tipp: Pollara liegt unter Steilküste. In der Badesaison ist Ankern innerhalb von 200 m vor Steilküsten verboten – also weit genug draußen ankern und hinüberschwimmen.
Tag 4: Salina – Panarea und Basiluzzo (ca. 11 sm)
Nach Osten nach Panarea mit seinem Gassengewirr und weißen Häusern über dem kleinen Hafen San Pietro. Die Yachten liegen vor Drautto und in der Cala Junco; bei stabilem Wetter sind beide schöne Ankerbuchten für die Nacht. Nachmittags mit Dingi oder Yacht zu den Inselchen im Nordosten: Dattilo, Lisca Bianca und Basiluzzo (ca. 2,5 sm ab San Pietro).
Tipp: Keine Ankerbucht auf Panarea ist nach allen Seiten geschützt. Prüfen Sie den Wetterbericht für die Nacht und halten Sie Lipari als Plan B bereit.
Tag 5: Panarea – Stromboli, Eruptionen bei Nacht (ca. 13 sm)
Der Höhepunkt des Törns. Stromboli ist die einzige Insel des Archipels mit dauerhafter vulkanischer Aktivität; laut Siziliens Tourismusbehörde gibt es etwa alle 5–6 Minuten eine Explosion. Ankern Sie vor Ficogrande an der Nordostküste oder bei Ginostra im Südwesten. Nach Einbruch der Dunkelheit langsam unter Motor Richtung Nordwestseite fahren und das Glühen über der Sciara del Fuoco beobachten, der schwarzen Geröllrinne vom Krater bis ins Meer – aber immer außerhalb der Sperrzone bleiben (siehe Regeln unten).
Tipp: Stromboli hat keine Marina. Nur bei stabiler Wetterlage über Nacht bleiben; sonst die Aktivität in der Abenddämmerung vom Wasser aus ansehen und nach Panarea zurückkehren.
Tag 6: Stromboli – Lipari (ca. 23 sm)
Ein längerer Schlag zurück an Panarea und Basiluzzo vorbei, dann Liparis Ostküste entlang an den alten Bimssteinbrüchen von Porticello vorbei. Übernachtung in der Marina Pignataro oder noch einmal vor Anker vor Vulcano für ein letztes Schwefelbad.
Tipp: Vor der letzten Überfahrt Vorräte auffüllen. Das Leitungswasser in Pignataro ist kein Trinkwasser, nehmen Sie also Wasser in Flaschen mit.
Tag 7: Lipari – Capo d'Orlando oder Portorosa (ca. 22–24 sm)
Durch den Kanal zwischen Lipari und Vulcano und dann Kurs Süd nach Sizilien. Charterfirmen erwarten die Yacht meist am Vorabend der Rückgabe am Samstag zurück in der Basismarina, also früh los und Puffer für Gegenwind einplanen.
Tipp: Sieht die Vorhersage für Freitag schlecht aus, einen Tag früher übersetzen und die letzte Nacht in der Basismarina verbringen.
Variante Filicudi und Alicudi: bei stabilem Wetter statt Stromboli die beiden wilden Westinseln. Ab Rinella sind es ca. 12 sm nach Filicudi mit Ankerplätzen bei Capo Graziano und nahe der Grotta del Bue Marino, weitere ca. 10 sm bis Alicudi mit seiner kleinen Mole. Von Filicudi zurück nach Capo d'Orlando sind es ca. 26 sm.
| Etappe | Distanz | Übernachtung | Highlight |
|---|---|---|---|
| Basis – Vulcano | ca. 20 sm | Ankerplatz Porto di Levante oder Gelso | Fumarolen und Schlammbad |
| Vulcano – Lipari | ca. 3–4 sm | Marina Pignataro (reservieren) | Marina Corta und Kastell |
| Lipari – Salina | ca. 14 sm | Marina di Salina oder Bucht von Lingua | Kraterbucht Pollara |
| Salina – Panarea | ca. 11 sm | Ankerbucht Drautto oder Cala Junco | Basiluzzo und die Inselchen |
| Panarea – Stromboli | ca. 13 sm | Ankerplatz Ficogrande oder Ginostra (nur bei ruhigem Wetter) | Eruptionen bei Nacht |
| Stromboli – Lipari | ca. 23 sm | Hafen Lipari | Bimssteinbrüche von Porticello |
| Lipari – Basis | ca. 22–24 sm | Basismarina | Letzte Überfahrt nach Sizilien |
Regeln und Sicherheit auf den Liparischen Inseln
Die Inseln sind seit 2000 UNESCO-Welterbe; sie haben der Vulkanologie zwei Eruptionstypen geschenkt, den vulkanianischen und den strombolianischen. Die Regeln für Segler kommen vor allem von der Küstenwache. Die Badesicherheitsverordnung der Küstenwache Lipari gilt für alle Inseln während der Badesaison, die die Region Sizilien festlegt und die meist von Mai bis Oktober läuft. Die wichtigsten Punkte:
- Abstand zur Küste: kein Fahren, Stoppen, Festmachen oder Ankern innerhalb von 300 m vor der Küste bzw. 200 m vor Steilküsten, außer in markierten Korridoren; Wind und Strom dürfen Sie nicht hineintreiben.
- Geschwindigkeit: zwischen 300 und 1.000 m vor Stränden (200–500 m vor Steilküsten) höchstens 10 Knoten in Verdrängerfahrt.
- Taucher: mindestens 100 m Abstand zu Taucherflaggen.
- Felsen und Grotten: kein Aufenthalt unter Felswänden mit sichtbarem Steinschlag, und die in der Verordnung genannten Meeresgrotten dürfen weder schwimmend noch mit einem Boot befahren werden.
- Abfall und Drohnen: keine Toilettenabwässer und kein Müll ins Meer. Drohnenflüge unter 300 m über Stränden, Booten und Häfen sind ganzjährig verboten.
- Stromboli: Fahren und Stoppen vor der Sciara del Fuoco zwischen Punta delle Chiappe und Punta Labronzo ist nach der jeweils geltenden Verordnung der Capitaneria di porto di Milazzo verboten. Die Zone wurde je nach Aktivität des Vulkans erweitert, von 400 m bis auf eine volle Seemeile, auf Empfehlung des Zivilschutzes. Prüfen Sie vor dem Törn die aktuelle Verordnung in der Verordnungsliste der Küstenwache und die Warnstufe.
Die Protezione Civile erklärt, warum: Erdrutsche oder heftige Explosionen können Tsunamis auslösen, wie 2002, und pyroklastische Ströme über die Sciara del Fuoco können einige hundert Meter über das Meer laufen. Warnsirenen geben Durchsagen auf Italienisch und Englisch.
Posidonia: Die Seegraswiesen rund um die Inseln sind nach der EU-Habitatrichtlinie ein prioritärer Lebensraum, und ein slippender Anker reißt ein Geflecht aus Wurzeln und Rhizomen heraus, das nur etwa einen Zentimeter pro Jahr wächst. Werfen Sie den Anker immer auf freien Sand und kontrollieren Sie ihn schnorchelnd.
Häfen, Wind und Fähren: Rundum geschützte Häfen sind rar, die meisten Ankerbuchten sind nach einer Seite offen. Prüfen Sie jeden Abend, ob der Wind aus Nordwest (Maestrale) oder Südost (Scirocco) kommt, und suchen Sie die Leeseite der Insel. Fähren und Tragflügelboote bedienen alle sieben Inseln; Abstand zu Hafeneinfahrten und Fährrouten halten.
Führerschein: Laut Bootsführerschein in Italien darf man ohne Schein nur Boote mit bis zu 30 kW (40,8 PS) innerhalb von 6 Seemeilen vor der Küste fahren. Die Überfahrt von Sizilien führt weiter als 6 sm hinaus, eine Charteryacht braucht also einen Skipper mit einem Schein, den das Charterunternehmen akzeptiert, oder einen gebuchten Skipper.
Beste Zeit zum Segeln auf den Liparischen Inseln
Die Segelsaison läuft etwa von Mai bis Oktober und deckt sich mit der regionalen Badesaison, die Küstenregeln oben gelten also die ganze Saison. Im Juli und August Liegeplätze wie Pignataro frühzeitig reservieren. Die Marina Pignataro ist ganzjährig geöffnet, ab Mitte Oktober mit kürzeren Zeiten. Bei einem Törn in der Nachsaison, etwa im Oktober, einen Puffertag für das Wetter einplanen, vor allem für die Überfahrten von und nach Sizilien.
Häufige Fragen
Wie weit sind die Liparischen Inseln von Sizilien entfernt?
Rund 14 sm bis zur nächsten Insel, sagt die Capo d'Orlando Marina; ca. 20 sm von Capo d'Orlando oder Portorosa bis in den Hafen von Vulcano.
Kann man vor Stromboli über Nacht ankern?
Ja, vor Ficogrande oder bei Ginostra, aber nur bei ruhigem Wetter. Nie in die Sperrzone vor der Sciara del Fuoco fahren; vorher aktuelle Verordnung und Warnstufe prüfen.
Muss man Liegeplätze reservieren?
Im Hochsommer ist es ratsam. Die Marina Pignataro auf Lipari nimmt Anfragen über ihr Online-Formular an, und die Marina di Salina betreibt den Sportboothafen in Santa Marina Salina.
Kann man im Oktober auf den Liparischen Inseln segeln?
Ja, der Oktober gehört noch zur Saison, und die Marina Pignataro ist ganzjährig geöffnet. Planen Sie aber einen Puffertag für das Wetter ein, besonders für die Rückfahrt nach Sizilien.
Reicht eine Woche für alle sieben Inseln?
Eine Woche reicht entspannt für die fünf zentralen Inseln. Filicudi und Alicudi bedeuten lange Schläge; heben Sie sie für einen zweiten Törn auf oder fahren Sie sie statt Stromboli.
Weitere Törnführer für Italien
Auf der anderen Seite des Meeres, im Osten, liegt die Küste Kalabriens: siehe Tropea und die Costa degli Dei mit dem Boot. Für Westsizilien lesen Sie Segeln auf den Ägadischen Inseln. Vor der Abreise hilft die Packliste für den Yachtcharter.




